Frozen Shoulder in Wien

Die Schulter schmerzt zuerst in Ruhe und nachts, dann wird sie steif: Jacke anziehen oder in den Nacken greifen gelingt nicht mehr. Dahinter steckt häufig eine Frozen Shoulder, eine Entzündung der Gelenkskapsel mit anschließender Schrumpfung. Ich kläre ab, in welcher Phase Ihre Schulter steht.

Kurz gesagt

Die Frozen Shoulder (adhäsive Kapsulitis, auf Deutsch Schultersteife) ist eine Entzündung der Schultergelenkskapsel; das Gewebe schrumpft und engt das Gelenk von innen ein. Typisch ist ein schleichender Beginn mit Ruhe- und Nachtschmerz, dem eine deutliche Bewegungseinschränkung folgt, vor allem beim Drehen des Arms nach außen. Sie entsteht ohne erkennbaren Anlass (primär) oder nach Verletzung, Operation und längerer Ruhigstellung (sekundär). Behandelt wird zuerst konservativ: Schmerzlinderung, ultraschallgestützte Infiltration und angepasste Physiotherapie. Bleibt die Schulter steif, lässt sich die Kapsel arthroskopisch lösen.

Was ist eine Frozen Shoulder?

Das Schultergelenk umschließt eine weite Kapsel; sie macht den großen Bewegungsumfang des Arms erst möglich. Bei der Frozen Shoulder entzündet sich diese Kapsel: Das Gewebe verdickt, vernarbt und zieht sich zusammen, besonders im vorderen oberen Abschnitt zwischen den Sehnen (Rotatorenintervall). Der Arm wird nicht von außen blockiert, sondern von innen gebremst.

Die primäre Form beginnt ohne erkennbaren Auslöser, gehäuft im mittleren Lebensalter, und steht in Zusammenhang mit Stoffwechselerkrankungen, vor allem mit Diabetes mellitus und Erkrankungen der Schilddrüse. Die sekundäre Form folgt einem Sturz, einer Operation, längerer Ruhigstellung oder einer Sehnenerkrankung wie der Kalkschulter. Schonung aus Schmerz führt leicht in einen Kreislauf aus Schonung und Steife.

Typische Beschwerden

  • Ruhe- und Nachtschmerz — das Liegen auf der betroffenen Seite wird unmöglich
  • Verlust der Außendrehung — am angelegten Ellbogen dreht der Unterarm kaum noch nach außen
  • Bewegungsverlust in alle Richtungen — Heben, Abspreizen und der Griff hinter den Rücken
  • Auch geführt keine Bewegung — der Arm bleibt stehen, selbst wenn ich ihn passiv führe
  • Alltagszeichen — Anziehen, Haarewaschen oder der Griff ins obere Regal fallen schwer

Die drei Phasen

Der Verlauf wird in drei Abschnitte geteilt: eine Schmerzphase mit entzündlichem Ruheschmerz und abnehmender Beweglichkeit, eine Steifephase, in der der Schmerz zurückgeht und die Einschränkung bleibt, und eine Lösungsphase mit allmählicher Rückkehr der Bewegung. Die Übergänge sind fließend; für die Behandlung zählt die Einordnung dennoch, weil in der entzündlichen Phase anderes hilft als in der steifen.

So stelle ich die Diagnose

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch: Wann begannen die Beschwerden, gab es einen Sturz, eine Operation oder eine Phase der Ruhigstellung? Danach prüfe ich die Beweglichkeit aktiv und passiv im Seitenvergleich — der Verlust der passiv geführten Bewegung, allen voran der Außendrehung, ist das wichtigste Zeichen. Der Ultraschall in der Ordination zeigt mir Sehnen, Schleimbeutel und Kalkdepots und grenzt die Frozen Shoulder gegen andere Ursachen von Schulterschmerzen ab. Bei Bedarf veranlasse ich eine Röntgenaufnahme oder ein MRT.

Behandlung: zuerst konservativ

Die Frozen Shoulder wird in aller Regel konservativ behandelt. Das Vorgehen richtet sich nach der Phase — dieselbe Maßnahme kann zum falschen Zeitpunkt mehr reizen als nützen.

  • Schmerz dämpfen — solange die Entzündung führt, damit die Nachtruhe zurückkommt
  • Ultraschallgestützte Infiltration — unter Sicht setze ich ein entzündungshemmendes Medikament an die gereizte Kapsel und öffne ein Fenster für die Physiotherapie
  • Physiotherapie in passender Dosis — zuerst schmerzarme, geführte Bewegung, später konsequente Arbeit an der Beweglichkeit; Physiotherapie und Trainingstherapie gibt es im Orthozentrum Döbling im Haus
  • Heimübungen — mehrmals täglich kurz üben bringt mehr als seltenes, kräftiges Dehnen
  • Magnetfeldtherapie — begleitend in der Ordination, wenn sie zum Beschwerdebild passt

Forciertes Dehnen im entzündlichen Stadium empfehle ich ebenso wenig wie vollständige Schonung: Die Schulter braucht Bewegung in verträglicher Intensität. In Verlaufskontrollen passe ich den Plan an.

Wenn eine Operation nötig ist

Bleibt die Schulter trotz konsequenter konservativer Behandlung steif und ist der Alltag deutlich eingeschränkt, kommt ein Eingriff in Betracht. Bei der arthroskopischen Kapselspaltung (Arthrolyse, dem Lösen der Vernarbungen) durchtrenne ich die geschrumpfte Kapsel über kleine Zugänge und entferne vernarbtes Gewebe; es gelten die Grundsätze der arthroskopischen Schlüsselloch-Chirurgie. Ein Kalkdepot lässt sich im selben Eingriff versorgen.

Entscheidend ist die Nachbehandlung: Der gewonnene Bewegungsumfang muss von Beginn an mit Physiotherapie erhalten werden. Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge.

Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Bei Operationen ist eine Direktverrechnung mit der Zusatzversicherung möglich; den Ablauf als Wahlarztordination erkläre ich auf einer eigenen Seite.

Ob ein Eingriff sinnvoll ist, hängt vom Befund und vom Verlauf ab. Diese Entscheidung treffe ich gemeinsam mit Ihnen, wenn alle Befunde vorliegen — einen Überblick gibt meine Seite zur Schulterchirurgie in Wien.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Frozen Shoulder

Kennzeichnend ist ein zunehmender Bewegungsverlust ohne passendes Unfallereignis. Zuerst schmerzt die Schulter in Ruhe und nachts, danach wird sie steif. Auffällig ist, dass der Arm auch dann stehen bleibt, wenn ich ihn bei entspannter Muskulatur selbst führe. Früh betroffen ist die Außendrehung am angelegten Ellbogen.

Die primäre Frozen Shoulder hat die Tendenz, im Verlauf wieder abzuklingen. Verlassen sollte man sich darauf nicht: Der Weg dorthin ist oft langwierig, und bei einem Teil der Betroffenen bleibt eine Reststeife zurück. Die Behandlung verfolgt daher zwei Ziele — den Schmerz früh dämpfen und die Beweglichkeit erhalten.

Ja, wenn sie zur Phase passt. Solange die Entzündung im Vordergrund steht, geht es um schmerzarme Bewegung und gute Lagerung; kräftiges Dehnen gegen den Schmerz kann die Reizung verstärken. Erst wenn der Schmerz nachlässt, wird konsequenter an der Beweglichkeit gearbeitet. Physiotherapie und Trainingstherapie gibt es im Orthozentrum Döbling im Haus.

Ein Zusammenhang ist bekannt: Bei Menschen mit Diabetes mellitus tritt die Frozen Shoulder häufiger auf und verläuft oft hartnäckiger; auch Erkrankungen der Schilddrüse werden mit ihr in Verbindung gebracht. Deshalb frage ich im Erstgespräch nach Stoffwechsel und Vorerkrankungen und rate bei Verdacht zu einer internistischen Abklärung.

Erst dann, wenn die konservative Behandlung konsequent ausgeschöpft ist und die Schulter im Alltag deutlich eingeschränkt bleibt. Dann lässt sich die geschrumpfte Kapsel arthroskopisch spalten und vernarbtes Gewebe lösen. Bei einer sekundären Steife nach Verletzung oder Voroperation wird eher zum Eingriff geraten. Entschieden wird gemeinsam nach dem Befund.

Beim Riss der Rotatorenmanschette ist vor allem die aktive Kraft betroffen: Das Heben fällt schwer, geführt bewegt sich die Schulter meist noch gut. Bei der Frozen Shoulder ist auch die passiv geführte Beweglichkeit eingeschränkt, weil die Kapsel selbst bremst. Ultraschall und, falls nötig, ein MRT sichern die Unterscheidung ab.

Dr. med. Martin Eigenschink

Dr. med. Martin Eigenschink

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Spezialist für Ellbogen-, Schulter- und Handchirurgie

Operative und konservative Behandlung an Ellbogen, Schulter und Hand, bevorzugt minimalinvasiv. Ordination im Orthozentrum Döbling, 1190 Wien. Mehr über meinen Werdegang

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Stand: September 2026 · Inhaltlich verantwortlich: Dr. med. Martin Eigenschink, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, Wien.

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