Schleimbeutelentzündung der Schulter (Bursitis subacromialis) in Wien

Was früher Impingement (Engpasssyndrom) genannt wurde, ist meist ein gereizter, verdickter Schleimbeutel unter dem Schulterdach. Wer nach „Impingement Schulter“ sucht, meint in aller Regel genau dieses Beschwerdebild: Schmerzen beim Heben des Arms und in der Nacht. In meiner Ordination in Wien-Döbling kläre ich die Ursache mit Ultraschall ab und bespreche mit Ihnen die Behandlung, die zum Befund passt.

Kurz gesagt

Ein Impingement der Schulter, heute als subakromiales Schmerzsyndrom oder Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis) bezeichnet, ist eine schmerzhafte Reizung des Schleimbeutels und der darunterliegenden Sehne der Rotatorenmanschette unter dem Schulterdach. Typisch sind Schmerzen beim seitlichen Heben und über Kopf, vor allem in einem mittleren Bewegungsbogen, sowie Nachtschmerz beim Liegen auf der betroffenen Seite. Abgeklärt wird mit Gespräch, klinischer Untersuchung und Ultraschall in der Ordination, der den verdickten Schleimbeutel sichtbar macht. Behandelt wird in der Regel zuerst konservativ, mit angepasster Belastung, Physiotherapie und bei Bedarf einer ultraschallgestützten Infiltration an den Schleimbeutel. Bleiben die Beschwerden bestehen, lässt sich der entzündete Schleimbeutel arthroskopisch entfernen und eine Ursache wie ein Sehnenriss mitversorgen.

Was ist eine Schleimbeutelentzündung der Schulter?

Zwischen dem Schulterdach (Akromion) und der Sehnenkappe der Rotatorenmanschette liegt ein flacher Schleimbeutel, die Bursa subacromialis. Er ist eine dünne Gleitschicht: Hebt sich der Arm, gleitet die Sehne mit ihm unter dem Knochen hindurch. Bei wiederholter Belastung, etwa durch Arbeit oder Sport über Kopf, oder bei einem Schaden an der Sehne darunter kann sich dieser Schleimbeutel entzünden. Er verdickt sich, und jede Bewegung, die ihn unter das Schulterdach führt, tut weh.

Vier Schulterdiagnosen an derselben Schemazeichnung von Schulterdach, Sehne und Oberarmkopf. Im zweiten Feld, Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis), früher Impingement genannt, ist der verdickte Schleimbeutel zwischen Schulterdach und Sehne orange hervorgehoben; daneben Kalkschulter, Rotatorenmanschettenriss und Frozen Shoulder mit ihrem jeweiligen Befund.
Der Schleimbeutel als Schmerzquelle. Was lange als Impingement galt, zeigt sich im Befund meist als verdickter, gereizter Schleimbeutel zwischen Schulterdach und Sehne. Die Beschwerden gleichen denen einer Kalkschulter, eines Sehnenrisses oder einer Frozen Shoulder; welches dieser Bilder vorliegt, entscheidet die Untersuchung, nicht der Schmerz allein.

Warum man heute kaum noch von Impingement spricht

Der Begriff Impingement (englisch für Anstoßen oder Einklemmen) stammt aus einer älteren Vorstellung: Beim Heben des Arms werde die Sehne zwischen Oberarmkopf und knöchernem Schulterdach mechanisch eingeklemmt, verursacht durch einen Knochenvorsprung am Akromion. Daraus folgte die Idee, Platz zu schaffen, indem man Knochen an der Unterseite des Schulterdachs abträgt — die subakromiale Dekompression.

Heute sieht man das differenzierter und spricht vom subakromialen Schmerzsyndrom. Der Schmerz geht meist vom gereizten, verdickten Schleimbeutel und von der Sehne der Rotatorenmanschette darunter aus; die Form des Knochens allein erklärt die Beschwerden in der Regel nicht. Das routinemäßige Abtragen von Knochen gilt deshalb nicht mehr als Standardantwort. Im Alltag und in vielen Befunden hält sich der alte Begriff trotzdem — steht „Impingement“ auf Ihrem Befund, ist meist dieses Beschwerdebild gemeint.

Kalkschulter, Sehnenriss, Frozen Shoulder

Eine Schleimbeutelentzündung steht selten für sich allein. Bei einer Kalkschulter kann das Kalkdepot in der Sehne den Schleimbeutel direkt darüber reizen. Ein Riss der Rotatorenmanschette wird häufig von einer Bursitis begleitet; dann bestimmt die Sehne, wie behandelt wird. Abzugrenzen ist die Frozen Shoulder: Auch sie schmerzt nachts, die Schulter bleibt aber selbst dann steif, wenn ich den Arm führe — bei einer Schleimbeutelentzündung ist sie geführt meist frei beweglich.

Typische Beschwerden

  • Schmerz beim seitlichen Heben — besonders in einem mittleren Bewegungsbogen (schmerzhafter Bogen, englisch painful arc)
  • Beschwerden über Kopf — beim Haarewaschen, beim Einräumen eines hohen Regals, beim Überkopfsport
  • Nachtschmerz — das Liegen auf der betroffenen Schulter fällt schwer
  • Ausstrahlung — der Schmerz zieht in den seitlichen Oberarm
  • Kraft meist erhalten — deutliche Schwäche spricht eher für einen Schaden an der Sehne
  • Geführt frei beweglich — der Schmerz bremst, nicht eine geschrumpfte Kapsel

So stelle ich die Diagnose

Zuerst frage ich, seit wann die Schulter schmerzt, welche Bewegungen den Schmerz auslösen, was Sie beruflich und im Sport über Kopf tun und wie Sie schlafen. In der klinischen Untersuchung prüfe ich mit Bewegungs- und Funktionstests, ob ein schmerzhafter Bogen beim seitlichen Heben auftritt, wie kräftig die einzelnen Sehnen sind und ob die Schulter geführt frei beweglich ist. Mit dem Ultraschall in der Ordination sehe ich, auch in Bewegung, ob der Schleimbeutel verdickt ist, wie es um die Sehne darunter steht und ob ein Kalkdepot vorliegt. Röntgen oder MRT veranlasse ich bei Bedarf außer Haus, etwa bei Verdacht auf einen Sehnenriss. Bringen Sie bitte e-card, Vorbefunde und vorhandene Bilder mit; eine Überweisung brauchen Sie nicht.

Behandlung: zuerst konservativ, wenn der Befund es erlaubt

Ziel der Behandlung ist es, die Reizung des Schleimbeutels zu beruhigen, den Schmerz zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten. Zeigt die Untersuchung eine Schleimbeutelentzündung ohne Sehnenriss, beginne ich konservativ. Liegt darunter ein frischer Riss der Sehne, richtet sich das Vorgehen nach der Sehne, und eine Operation bespreche ich früher.

  • Belastung anpassen — auslösende Bewegungen über Kopf vorübergehend reduzieren, den Arm aber nicht ruhigstellen
  • Physiotherapie und Trainingstherapie — im Orthozentrum Döbling im Haus, im selben Gebäude wie meine Ordination
  • Ultraschallgestützte Infiltration — ein Medikament unter Sicht an den gereizten Schleimbeutel gesetzt, nicht in die Sehne; mehr zur ultraschallgestützten Infiltration
  • Ultraschall im Verlauf — ich beurteile Schleimbeutel und Sehne bei den Kontrollen erneut im Bild; mehr zum Ultraschall in der Ordination

Ist zusätzlich der Sehnenansatz gereizt oder liegt ein Kalkdepot vor, kommen weitere Verfahren infrage, etwa die Stoßwellentherapie. Sie gilt dann der Sehne oder dem Depot, nicht dem Schleimbeutel selbst. Welche Maßnahmen für Sie sinnvoll sind, richtet sich nach Befund und Einschränkung im Alltag.

Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Einzelheiten erklärt die Seite zur Wahlarztordination und Abrechnung.

Wenn eine Operation nötig ist

Bleiben die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung bestehen, kommt eine Operation infrage. Ich operiere arthroskopisch über kleine Zugänge und entferne den entzündeten Schleimbeutel (Bursektomie). Liegt eine Ursache vor, behandle ich sie in derselben Sitzung mit: Eine gerissene Sehne der Rotatorenmanschette wird genäht, ein Kalkdepot ausgeräumt. Einen Knochenvorsprung am Schulterdach trage ich nur ab, wenn der Befund im Einzelfall dafür spricht, nicht routinemäßig.

Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge.

Nach dem Eingriff kommt die Schulter früh wieder in Bewegung; den Aufbau übernehmen Physio- und Trainingstherapie im Orthozentrum Döbling, die Kontrollen mache ich selbst. Wie rasch es weitergeht, hängt davon ab, ob nur der Schleimbeutel entfernt oder zusätzlich eine Sehne genäht wurde. Ob ein Eingriff für Sie überhaupt infrage kommt, besprechen wir gemeinsam anhand von Untersuchung und Bildgebung.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Schleimbeutelentzündung und zum Impingement

Impingement ist die ältere Bezeichnung für Schmerzen unter dem Schulterdach beim Heben des Arms. Früher nahm man an, dass die Sehne dort am Knochen eingeklemmt wird. Heute spricht man vom subakromialen Schmerzsyndrom: Der Schmerz geht meist vom gereizten, verdickten Schleimbeutel (Bursa subacromialis) und von der Sehne der Rotatorenmanschette darunter aus. Typisch sind Schmerzen beim seitlichen Heben, über Kopf und in der Nacht.

Im Alltag meist ja. Wer mit der Diagnose Impingement kommt, hat in aller Regel einen gereizten Schleimbeutel unter dem Schulterdach, oft zusammen mit einer gereizten Sehne. Der Begriff Impingement beschreibt aber eine überholte Vorstellung — ein Einklemmen durch Knochen —, die Schleimbeutelentzündung dagegen den Befund, den ich im Ultraschall sehe. Ob zusätzlich ein Sehnenriss oder ein Kalkdepot vorliegt, klärt die Untersuchung.

In der Regel nicht als erster Schritt. Eine Schleimbeutelentzündung ohne Sehnenriss behandle ich zuerst konservativ: Belastung anpassen, Physiotherapie im Orthozentrum Döbling, bei Bedarf eine ultraschallgestützte Infiltration. Bleiben die Beschwerden trotzdem bestehen, entferne ich den entzündeten Schleimbeutel arthroskopisch und versorge eine Ursache wie einen Sehnenriss mit. Knochen unter dem Schulterdach trage ich nicht routinemäßig ab. Die Entscheidung treffen wir gemeinsam nach Befund.

Liegen Sie auf der betroffenen Seite, drückt das Körpergewicht den Oberarmkopf gegen das Schulterdach, und der gereizte Schleimbeutel dazwischen gerät unter Druck. Auch der Arm über dem Kopf verengt den Raum. Viele wachen deshalb beim Umdrehen auf. Nachtschmerz kommt allerdings auch bei einem Riss der Rotatorenmanschette, einer Kalkschulter oder einer Frozen Shoulder vor; welche Ursache vorliegt, zeigt die Untersuchung.

Beim seitlichen Heben gleitet die Sehne der Rotatorenmanschette mit dem Schleimbeutel unter dem Schulterdach hindurch. Ist der Schleimbeutel verdickt, schmerzt diese Passage — typischerweise in einem mittleren Bewegungsbogen, während das Heben darunter und ganz oben leichter fällt. Dieser schmerzhafte Bogen (painful arc) ist ein Hinweis, aber kein Beweis; Ultraschall und Funktionstests klären, welche Struktur beteiligt ist.

Bei der Kalkschulter sitzt ein Kalkdepot in der Sehne; bei der Schleimbeutelentzündung ist der Schleimbeutel darüber gereizt und verdickt. Beides hängt oft zusammen: Das Depot kann den Schleimbeutel direkt darüber reizen, und löst es sich auf, kann Kalkmaterial in den Schleimbeutel austreten. Ultraschall und Röntgen zeigen, ob ein Depot vorliegt — davon hängt ab, welche Behandlung infrage kommt.

Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Kommt es zur Operation, ist eine Direktverrechnung mit der Zusatzversicherung möglich. Für den ersten Termin brauchen Sie keine Überweisung.

Dr. med. Martin Eigenschink

Dr. med. Martin Eigenschink

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Spezialist für Ellbogen-, Schulter- und Handchirurgie

Operative und konservative Behandlung an Ellbogen, Schulter und Hand, bevorzugt minimalinvasiv. Ordination im Orthozentrum Döbling, 1190 Wien. Mehr über meinen Werdegang

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Stand: September 2026 · Inhaltlich verantwortlich: Dr. med. Martin Eigenschink, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, Wien.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung im Einzelfall. Medizin entwickelt sich ständig weiter — trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für vollständige Aktualität übernommen werden.

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