Ultraschallgestützte Infiltration in Wien
Eine Infiltration bringt ein Medikament dorthin, wo die Beschwerden entstehen. Ob es ankommt, entscheidet sich an der Nadelspitze. Ich führe die Nadel deshalb unter Ultraschallsicht — und nicht nach Gefühl.
Kurz gesagt
Bei einer Infiltration setze ich mit einer feinen Nadel ein Medikament an eine gereizte Struktur: in ein Gelenk, in eine Sehnenscheide, an einen Schleimbeutel oder um einen Nerv herum. Den Weg der Nadel verfolge ich im Ultraschallbild und sehe, wo ihre Spitze liegt. Ziel ist es, Schmerz und Entzündung zu dämpfen und Bewegung wieder möglich zu machen; in unklaren Fällen sichert sie die Diagnose. Eine Ursache beseitigt sie nicht — sie verschafft Zeit für das, was an der Ursache ansetzt.
Was eine Infiltration ist
Infiltration heißt: Das Medikament wird unmittelbar an die Stelle gebracht, an der es wirken soll, statt über Magen und Blutbahn den ganzen Körper zu durchlaufen. An der gereizten Struktur kommt dadurch mehr davon an, im übrigen Körper weniger.
Welche Wirkstoffgruppe ich wähle, richtet sich nach dem Befund: ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum), ein entzündungshemmendes Mittel aus der Gruppe der Kortikosteroide, bei Gelenkbeschwerden auch Hyaluronsäure als Gleitsubstanz. Präparatenamen nenne ich hier bewusst nicht; was im Einzelfall passt, bespreche ich mit Ihnen im Termin.
Warum ich unter Ultraschallsicht arbeite
Ohne Bild ist eine Infiltration eine Schätzung nach Tastbefund: Ich weiß ungefähr, wo die Struktur liegt, sehe die Nadelspitze aber nicht. An Schulter, Ellbogen und Hand liegen Sehnen, Gefäße und Nerven eng beieinander; ein Schleimbeutel ist ein schmaler Spalt.
Im Ultraschall verfolge ich die Nadel vom Einstich bis ans Ziel und sehe, wie sich das Mittel verteilt. Das Medikament erreicht die Struktur, die es erreichen soll; was daneben liegt, bleibt geschont — vor allem die Sehne selbst, in die nichts hineingehört. Was der Ultraschall in der Ordination sonst noch zeigt, steht auf der eigenen Seite.
Wohin ich infiltriere
- In ein Gelenk (intraartikulär) — bei Reizzuständen und bei Arthrose, etwa am Schultergelenk oder am Daumensattelgelenk (Rhizarthrose).
- In eine Sehnenscheide — bei einer Sehnenscheidenentzündung und beim schnellenden Finger, wo die Sehne am Ringband hängen bleibt.
- An einen Schleimbeutel (Bursa) — vor allem unter dem Schulterdach bei einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis), wenn jede Bewegung über Kopf daran scheitert.
- Um einen Nerv herum — etwa am Karpaltunnel. Das Mittel gehört neben den Nerv, nicht in ihn hinein; genau dafür braucht es die Sicht. Näheres zum Karpaltunnelsyndrom.
Wie ein Termin abläuft
Vor dem Einstich
Am Anfang steht die Untersuchung. Ich frage nach dem Verlauf, prüfe Beweglichkeit und Kraft und sehe mir die Struktur im Ultraschall an. Erst danach entscheide ich, ob eine Infiltration der richtige Schritt ist und wohin sie gehört. Sagen Sie mir bitte, ob Sie blutverdünnende Medikamente nehmen und ob eine Allergie oder eine Zuckerkrankheit bekannt ist.
Der Einstich
Die Haut wird desinfiziert, der Schallkopf steril abgedeckt. Ich setze die Nadel flach zum Schallkopf ein, damit sie im Bild in ganzer Länge sichtbar bleibt. Spürbar ist der Einstich, ähnlich einer Blutabnahme; dazu kommt ein Druckgefühl, während sich das Mittel verteilt. Eine Betäubung vorher braucht es nicht.
Danach
Ein Pflaster genügt, ein Verband ist nicht nötig. Am Tag der Infiltration belasten Sie den Arm nicht schwer. Beim Kontrolltermin sehen wir, was sich verändert hat, und legen den nächsten Schritt fest.
Was eine Infiltration leisten kann — und was nicht
Drei Ziele verfolge ich damit:
- Beschwerden lindern — damit Schlaf und Alltag wieder möglich werden.
- Entzündung dämpfen — damit ein Reizzustand abklingt, der sich sonst selbst unterhält.
- Die Diagnose sichern — verschwindet der Schmerz für die Dauer der örtlichen Betäubung, ist die infiltrierte Struktur wahrscheinlich die Quelle. Bleibt er, suche ich weiter.
Eine Ursache beseitigt sie nicht. Ein Kalkdepot bleibt ein Kalkdepot, eine Enge bleibt eine Enge, ein Riss wächst davon nicht zusammen. Was die Infiltration kann, ist Zeit verschaffen: Sie nimmt den Reizzustand so weit heraus, dass Physiotherapie und Aufbautraining wieder greifen — und diese tragen die Besserung. Deshalb steht sie selten allein, sondern neben Stoßwellentherapie und Eigenbluttherapie (PRP); alle konservativen Verfahren im Überblick.
Beliebig wiederholen lässt sie sich nicht: Kortikosteroide können Sehnengewebe schwächen, wenn sie zu häufig gegeben werden.
Wann ich nicht infiltriere
Nicht infiltriert wird bei einer Infektion im Bereich der Einstichstelle und bei bekannter Unverträglichkeit gegen das vorgesehene Mittel. Bei blutverdünnender Medikation, bei schlecht eingestelltem Blutzucker und bei geschwächter Abwehrlage wäge ich sorgfältig ab. Liegt ein Befund vor, der ohnehin operiert gehört — ein durchgehender Sehnenriss, eine Instabilität, ein Nerv mit zunehmendem Kraftverlust —, bringt eine Infiltration nichts.
Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Ob eine Infiltration für Sie infrage kommt, welche Struktur sie treffen soll und was danach folgt, entscheide ich gemeinsam mit Ihnen nach Untersuchung und Befund.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur Infiltration
Ein Medikament wird mit einer feinen Nadel gezielt an eine gereizte Struktur gesetzt — in ein Gelenk, in eine Sehnenscheide, an einen Schleimbeutel oder neben einen Nerv. Ultraschallgestützt heißt, dass ich die Nadel im Bild verfolge und sehe, wo ihre Spitze liegt.
Weil ich damit sehe, wohin das Mittel gelangt. Ein Schleimbeutel ist ein schmaler Spalt, eine Sehnenscheide kaum breiter, und Nerven und Gefäße liegen eng daneben. Unter Sicht erreicht das Medikament die Struktur, die es erreichen soll, und die Sehne selbst bleibt verschont.
Der Einstich ist spürbar, ähnlich einer Blutabnahme. Während sich das Mittel verteilt, entsteht ein Druckgefühl, das kurz unangenehm sein kann. Enthält die Mischung ein örtliches Betäubungsmittel, lässt der Schmerz meist noch im Behandlungsraum nach.
Das richtet sich nach dem Befund. Örtliche Betäubungsmittel nehmen den Schmerz sofort, aber nur kurz. Entzündungshemmende Mittel aus der Gruppe der Kortikosteroide setzen später ein und dämpfen den Reizzustand länger. Bei Gelenkbeschwerden kommt Hyaluronsäure als Gleitsubstanz infrage.
Das lässt sich nicht vorhersagen. Das örtliche Betäubungsmittel wirkt nur kurz; die entzündungshemmende Wirkung setzt später ein und hält länger an. Manche bleiben lange beschwerdearm, bei anderen kehrt der Schmerz zurück. Deshalb nutze ich das gewonnene Fenster für Physiotherapie und Aufbautraining.
Nein. Ein Kalkdepot, eine Enge oder ein Sehnenriss bleiben bestehen. Die Infiltration nimmt den Reizzustand so weit heraus, dass Bewegung und Training wieder möglich werden; die Besserung tragen dann diese.
Beliebig oft sicher nicht. Kortikosteroide können Sehnengewebe schwächen, wenn sie zu häufig gegeben werden; deshalb setze ich sie zurückhaltend ein und halte Abstände ein. Bringt eine zweite Infiltration nichts, prüfe ich die Diagnose neu, statt ein drittes Mal dasselbe zu tun.
Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Was davon rückerstattet wird, richtet sich nach Ihrer Kasse und einer allfälligen Zusatzversicherung.
Weiterführend
Das könnte Sie auch betreffen
Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung im Einzelfall. Medizin entwickelt sich ständig weiter — trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für vollständige Aktualität übernommen werden.