Rotatorenmanschettenriss in Wien
Nachts weckt Sie ein Ziehen im seitlichen Oberarm, tagsüber fehlt beim Heben über Kopf die Kraft. Dahinter steckt oft ein Riss in der Sehnenkappe der Schulter. In meiner Ordination im Orthozentrum Döbling kläre ich die Ursache ab und bespreche mit Ihnen, ob konservativ behandelt wird oder eine Naht sinnvoll ist.
Kurz gesagt
Die Rotatorenmanschette ist eine Kappe aus vier Muskeln und ihren Sehnen, die den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne zentriert und den Arm hebt und dreht. Reißt eine dieser Sehnen — meist die Supraspinatussehne — durch Verschleiß oder durch einen Unfall, entstehen typischerweise Nachtschmerz und Kraftverlust beim Heben über Kopf. Die Diagnose stelle ich aus Gespräch, klinischer Untersuchung und Ultraschall; ein MRT veranlasse ich, wenn Rissgröße und Sehnenqualität genau beurteilt werden müssen. Behandelt wird je nach Befund konservativ oder mit einer arthroskopischen Naht. Welcher Weg passt, hängt von Alter, Rissgröße, Sehnenqualität und Ihrem Anspruch an die Schulter ab.
Was ist ein Rotatorenmanschettenriss?
Vier Muskeln umschließen den Oberarmkopf wie eine Manschette; ihre flachen Sehnen setzen am Knochen an. Diese Sehnenkappe hält den Kopf in der Gelenkpfanne zentriert, während der Deltamuskel den Arm anhebt. Am oberen Rand liegt die Supraspinatussehne; sie läuft durch einen engen Raum unter dem Schulterdach und ist besonders oft betroffen.
Ein Riss entsteht durch Verschleiß — das Sehnengewebe wird über Jahre spröde und reißt bei einer alltäglichen Bewegung ein — oder durch einen Unfall, etwa einen Sturz auf den Arm. Beim Teilriss ist nur ein Teil der Sehnendicke betroffen, beim kompletten Riss ist die Sehne durchtrennt und zieht sich vom Knochen zurück; dort wächst sie von selbst nicht wieder an. Manche Risse bleiben lange stumm, andere schmerzen von Beginn an stark.
Typische Beschwerden
- Nachtschmerz — er zieht in den seitlichen Oberarm und wird im Liegen schlimmer.
- Kraftverlust über Kopf — Haare waschen oder etwas aus dem oberen Regal nehmen fällt schwer.
- Schmerz beim seitlichen Anheben — in einem bestimmten Bewegungsabschnitt, darüber lässt er nach.
- Schwäche beim Drehen — die Kraft beim Auswärts- und Einwärtsdrehen lässt nach.
- Plötzlicher Funktionsverlust nach einem Sturz — gehört rasch abgeklärt.
So stelle ich die Diagnose
Am Anfang steht das ausführliche Gespräch, danach die klinische Untersuchung. Beweglichkeit, Kraft der einzelnen Sehnenanteile und gezielte Tests grenzen einen Sehnenschaden gegen andere Ursachen von Schulterschmerzen ab, etwa eine Kapselsteife oder eine Kalkschulter. In der Ordination steht mir der Ultraschall zur Verfügung: Damit beurteile ich die Sehnen in Bewegung und erkenne Risse, Flüssigkeit im Schleimbeutel und Kalkeinlagerungen direkt im Gespräch. Bei Bedarf veranlasse ich eine Röntgenaufnahme oder ein MRT — beides außer Haus; den Befund bespreche ich anschließend mit Ihnen.
Behandlung: zuerst konservativ
Nicht jeder Riss muss genäht werden. Bei verschleißbedingten Teilrissen und bei geringem Anspruch an Überkopfbelastung beginne ich konservativ. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern und die verbliebenen Anteile der Manschette so zu kräftigen, dass der Oberarmkopf wieder geführt wird.
- Physiotherapie und Trainingstherapie — der wichtigste Baustein, im Orthozentrum Döbling im Haus verfügbar.
- Ultraschallgestützte Infiltration — gezielt gesetzt, um eine schmerzhafte Reizung zu beruhigen.
- Stoßwellentherapie — fokussiert und radial, bei begleitender Reizung des Sehnenansatzes.
- Eigenblut-Therapie (PRP) — ergänzende Option bei Teilrissen und gereizten Sehnen.
- Magnetfeldtherapie — unterstützend, wenn die Schulter stark gereizt ist.
Bessern sich Schmerz und Funktion, bleibt es dabei; ich kontrolliere den Befund im Ultraschall.
Wenn eine Operation nötig ist
Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Befund ab. Für eine Naht sprechen ein frischer, unfallbedingter Riss, deutlicher Kraftverlust und ein hoher Anspruch an Beruf oder Sport; dagegen sprechen weit zurückgezogene Sehnen mit verfetteter Muskulatur. Alter, Rissgröße, Sehnen- und Muskelqualität sowie Ihre Ziele fließen in die Entscheidung ein, die wir gemeinsam treffen, sobald alle Befunde vorliegen.
Die Naht führe ich in der Regel arthroskopisch durch: Über kleine Zugänge bringe ich Fadenanker in den Oberarmkopf ein und ziehe die Sehne an ihre Ansatzstelle zurück. Begleitbefunde versorge ich im selben Eingriff; wie eine Gelenkspiegelung an der Schulter abläuft, erkläre ich gesondert.
Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge. Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Mehr dazu unter Wahlarzt in Wien und beim Schulterspezialisten in Wien.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Rotatorenmanschettenriss
Eine durchgerissene Sehne wächst nicht von allein wieder am Knochen fest. Trotzdem kommen viele Menschen mit einem Riss im Alltag gut zurecht, wenn die übrigen Anteile der Manschette den Oberarmkopf zentrieren und die Muskulatur gezielt aufgebaut wird. Ob das in Ihrem Fall realistisch ist, beurteile ich nach Untersuchung und Ultraschall.
Sicher unterscheiden lässt sich das nicht durch Selbstbeobachtung. Für einen Riss sprechen plötzlicher Kraftverlust nach einem Sturz, anhaltender Nachtschmerz im seitlichen Oberarm und das Gefühl, den Arm nicht mehr aktiv über Kopf halten zu können. Klarheit bringen klinische Untersuchung und Ultraschall.
Nein. Klinische Untersuchung und Ultraschall reichen oft aus, um einen Riss nachzuweisen und die konservative Behandlung zu planen. Ein MRT veranlasse ich, wenn Rissgröße, Rückzug der Sehne und Qualität der Muskulatur genau bekannt sein müssen — vor allem, wenn eine Operation im Raum steht.
Wenn der Riss unfallbedingt und frisch ist, wenn spürbar Kraft fehlt oder wenn die Beschwerden unter konservativer Behandlung bleiben und Beruf oder Sport hohe Anforderungen stellen. Gegen eine Naht spricht eine weit zurückgezogene Sehne mit verfetteter Muskulatur. Diese Abwägung nehmen wir gemeinsam vor.
In der Regel arthroskopisch, also über kleine Zugänge. Fadenanker im Oberarmkopf halten die Fäden, mit denen ich die Sehne an ihre Ansatzstelle zurückziehe und dort andrücke. Entzündetes Gewebe entferne ich im selben Eingriff. Offene Verfahren setze ich nur ein, wenn der Befund es erfordert.
Die genähte Sehne muss zunächst geschützt werden. Sie tragen anfangs eine Schlinge, bewegen die Schulter geführt und belasten sie erst schrittweise wieder aktiv. Den Nachbehandlungsplan lege ich individuell fest, bespreche ihn vor dem Eingriff mit Ihnen und übernehme die Kontrollen selbst.
Ziel der Behandlung ist eine belastbare, schmerzarme Schulter. Ob Sie Ihr früheres Niveau erreichen, hängt vom Befund ab und davon, wie konsequent die Aufbauphase durchgezogen wird. Die Anforderungen aus Kraft- und Kontaktsport kenne ich aus eigener sportlicher Erfahrung und plane die Rückkehr mit Ihnen.
Bringen Sie alles mit, was vorhanden ist: e-card, Vorbefunde, Arztbriefe sowie Röntgen-, CT- oder MRT-Bilder. Eine Überweisung brauchen Sie nicht. Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein; bei Operationen ist eine Direktverrechnung mit der Zusatzversicherung möglich.
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