Karpaltunnelsyndrom in Wien
Nachts schlafen die Finger ein, tagsüber entgleiten Knöpfe und Schlüssel: Beim Karpaltunnelsyndrom steht der Mittelnerv am Handgelenk unter Druck. In meiner Ordination im Orthozentrum Döbling gehe ich der Einengung nach und bespreche mit Ihnen, welcher Behandlungsweg zu Ihrem Befund passt.
Kurz gesagt
Beim Karpaltunnelsyndrom steht der Nervus medianus in einem engen Kanal an der Beugeseite des Handgelenks unter Druck. Typisch sind nächtliches Einschlafen und Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger, später Kraftverlust beim Greifen und ein schmaler werdender Daumenballen. Die Diagnose stelle ich aus Gespräch, Untersuchung und Ultraschall; die Nervenmessung sichert sie ab. Behandelt wird zuerst konservativ mit Nachtschiene, angepasster Belastung und bei Bedarf einer ultraschallgestützten Infiltration. Bleiben die Beschwerden oder ist der Nerv bereits geschädigt, befreie ich ihn in einem minimalinvasiven, meist ambulanten Eingriff.
Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?
Der Karpaltunnel ist ein enger Durchgang an der Beugeseite des Handgelenks: unten und seitlich die Handwurzelknochen, darüber ein straffes Band, das Karpaldach. Durch ihn ziehen die Beugesehnen der Finger und der Nervus medianus (Mittelnerv). Dieser Nerv versorgt Daumen, Zeige- und Mittelfinger mit Gefühl und steuert einen Teil der Daumenballenmuskulatur.
Der Tunnel kann sich nicht ausdehnen. Schwellen die Sehnenscheiden an, steigt der Druck, und der weichste Inhalt gibt nach: der Nerv. Zuerst leidet seine Durchblutung — das erklärt die nächtlichen Beschwerden. Hält der Druck an, wird die Nervenleitung langsamer und der Daumenballen bildet sich zurück. Begünstigend wirken gleichförmige kraftvolle Handarbeit, vibrierende Geräte, hormonelle Umstellungen, Diabetes, Schilddrüsen- und rheumatische Erkrankungen sowie eine in Fehlstellung verheilte Speiche nach einem Speichenbruch am Handgelenk. Häufig besteht an derselben Hand ein zweiter Engpass, etwa ein schnellender Finger.
Typische Beschwerden
- Nächtliches Einschlafen der Hand — Kribbeln oder Schmerz wecken Sie auf, Ausschütteln bringt Erleichterung.
- Gefühlsstörung in einem klaren Gebiet — Daumen, Zeige- und Mittelfinger, dazu die Daumenseite des Ringfingers; der kleine Finger bleibt frei.
- Ausstrahlender Schmerz — vom Handgelenk in den Unterarm.
- Ungeschicklichkeit beim Feingriff — Knöpfe, Münzen und Schlüssel entgleiten, Handarbeit wird mühsam.
- Rückbildung des Daumenballens — der Muskelwulst unter dem Daumen wird flacher; ein spätes Zeichen und ein Grund, nicht länger zuzuwarten.
So stelle ich die Diagnose
Zuerst frage ich genau nach: Wann treten die Beschwerden auf, welche Finger sind betroffen, was tun Sie beruflich und sportlich? Danach prüfe ich das Gefühl in den einzelnen Fingern, die Kraft des Daumenballens und die Feinmotorik; halte ich das Handgelenk gebeugt oder drücke ich über dem Karpaltunnel, lassen sich die bekannten Missempfindungen häufig auslösen.
Den Ultraschall setze ich gleich in der Ordination ein: Er zeigt den Nerv im Querschnitt, seine Verdickung unmittelbar vor der Engstelle und Raumforderungen wie ein Ganglion. Die Nervenmessung (Elektroneurographie) veranlasse ich über die Neurologie, bei Verdacht auf eine knöcherne Ursache zusätzlich eine Röntgenaufnahme oder ein MRT. Wichtig ist die Abgrenzung: Schlafen vor allem Klein- und Ringfinger ein, steckt eher ein Sulcus-ulnaris-Syndrom am Ellbogen dahinter; bei unklarem Bild gehe ich die Ursachen von Handschmerzen systematisch durch.
Behandlung: zuerst konservativ
Zeigt sich am Nerv noch kein bleibender Schaden, beginne ich ohne Operation. Der erste Schritt ist eine Schiene, die das Handgelenk nachts in Neutralstellung hält und den Druck im Tunnel senkt. Dazu sehe ich mir die Belastung an: Griffhaltung, Werkzeug, Tastatur und Maus, Pausen bei gleichförmiger Arbeit. Ergänzend übt die Physiotherapie das Gleiten von Nerv und Beugesehnen; sie ist ebenso wie die Trainingstherapie im Orthozentrum Döbling im Haus.
Reicht das nicht, setze ich eine ultraschallgestützte Infiltration ein: Unter Sicht bringe ich ein entzündungshemmendes Medikament an die Engstelle. Das kann die Beschwerden lindern und zeigt zugleich, ob der Karpaltunnel die Quelle ist. Eines sage ich dabei offen: Diese Schritte senken den Druck, den engen Kanal machen sie nicht weiter. Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Wie Honorarnote und Einreichung im Einzelnen laufen, steht auf der Seite zur Abrechnung in meiner Wahlarztordination.
Wenn eine Operation nötig ist
Das Ziel ist, dem Nerv wieder Platz zu schaffen. Über einen kleinen Zugang in der Hohlhand durchtrenne ich das Karpaldach — die Befreiung des Nervus medianus. Der Tunnel wird weiter, der Druck fällt ab; am Nerv selbst wird nichts verändert. Der Eingriff ist minimalinvasiv und in der Regel ambulant möglich. Danach sollen die Finger früh bewegt werden, damit Sehnen und Nerv gleiten und die Hand nicht steif wird.
Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge. Weitere Eingriffe an Hand und Handgelenk finden Sie in der Übersicht zur Handchirurgie in Wien. Ob eine Operation ansteht und wann, richtet sich nach dem Befund: wie stark der Nerv beeinträchtigt ist, wie lange die Beschwerden bestehen und was Sie im Alltag brauchen. Diese Punkte gehen wir gemeinsam durch; erst danach fällt die Entscheidung.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Karpaltunnelsyndrom
Typisch ist, dass die Hand nachts einschläft und Sie mit Kribbeln oder Schmerzen aufwachen. Betroffen sind Daumen, Zeige- und Mittelfinger, der kleine Finger bleibt frei. Kommen Ungeschicklichkeit beim Feingriff oder ein schwächer werdender Daumenballen dazu, sollten Sie die Beschwerden zeitnah abklären lassen.
Im Schlaf knickt das Handgelenk oft ab, und die Gewebeflüssigkeit verteilt sich anders als tagsüber. Beides erhöht den Druck im Karpaltunnel, und der Nervus medianus reagiert empfindlich darauf. Deshalb melden sich die Beschwerden zuerst in der Nacht. Genau hier setzt eine Schiene an, die das Handgelenk gerade hält.
Nicht immer, aber sie ergänzt die Untersuchung sinnvoll. Gespräch, klinische Untersuchung und Ultraschall geben meist schon ein klares Bild. Die Nervenmessung zeigt zusätzlich, wie stark die Leitung des Nervus medianus verzögert ist. Vor einer geplanten Operation lasse ich sie in der Regel über die Neurologie durchführen.
Bei leichten und noch nicht lange bestehenden Beschwerden ist die Nachtschiene ein sinnvoller erster Schritt. Sie hält das Handgelenk in Neutralstellung und nimmt Druck vom Nerv. Die Enge selbst beseitigt sie nicht: Bleiben die Beschwerden oder zeigt sich bereits ein Nervenschaden, greift die Schiene zu kurz.
Über einen kleinen Zugang in der Hohlhand durchtrenne ich das straffe Band, das den Karpaltunnel nach außen begrenzt. Der Nervus medianus bekommt dadurch wieder Platz; am Nerv selbst wird nichts verändert. Der Eingriff ist minimalinvasiv und in der Regel ambulant möglich. Betäubung und Ablauf bespreche ich vorher mit Ihnen.
Beides sind Engpässe eines Nervs, nur an unterschiedlicher Stelle. Am Handgelenk ist der Nervus medianus eingeengt, dann schlafen Daumen bis Ringfinger ein. Beim Sulcus-ulnaris-Syndrom liegt die Enge hinter der Innenseite des Ellbogens; dort sind Klein- und Ringfinger betroffen. Beide Bilder können auch gemeinsam auftreten.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung im Einzelfall. Medizin entwickelt sich ständig weiter — trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für vollständige Aktualität übernommen werden.