Sulcus-ulnaris-Syndrom in Wien

Der kleine Finger schläft ein, die Innenseite des Ellbogens zieht, die Hand wird ungeschickt: Beim Sulcus-ulnaris-Syndrom steht der Ellennerv unter Druck. In meiner Ordination im Orthozentrum Döbling kläre ich ab, wo die Enge sitzt.

Kurz gesagt

Beim Sulcus-ulnaris-Syndrom ist der Nervus ulnaris (Ellennerv) in seiner Rinne hinter dem inneren Knochenvorsprung des Ellbogens eingeengt. Typisch sind Kribbeln und Taubheit in Klein- und Ringfinger, verstärkt bei gebeugtem Arm und nachts, später Kraftverlust und eine ungeschickte Hand. Die Diagnose stelle ich aus Gespräch, klinischer Untersuchung und Ultraschall; die Nervenmessung über die Neurologie zeigt, wie stark der Nerv betroffen ist. Behandelt wird zuerst ohne Operation. Bleiben die Beschwerden oder ist der Nerv geschädigt, befreie ich ihn über einen Zugang an der Ellbogeninnenseite.

Was ist ein Sulcus-ulnaris-Syndrom?

Der Nervus ulnaris läuft an der Innenseite des Ellbogens durch eine knöcherne Rinne, den Sulcus nervi ulnaris. Darüber spannt sich ein straffes Bindegewebsdach; beide zusammen bilden den Kubitaltunnel — daher der zweite Name Kubitaltunnelsyndrom. Der Nerv liegt hier dicht unter der Haut, bekannt vom angeschlagenen Musikantenknochen. Weiter unten versorgt er den kleinen Finger, die ellenseitige Hälfte des Ringfingers und die kleinen Handmuskeln.

Beim Beugen wird die Rinne enger und der Nerv zugleich gedehnt. Wiederholt sich das über lange Zeit oder kommt Druck von außen dazu, gerät er unter Dauerbelastung. Begünstigend wirken Aufstützen des Ellbogens, Arbeiten mit stark angewinkeltem Arm, verdicktes Bindegewebe, ein Ganglion sowie Knochenvorsprünge nach einer Ellbogenluxation oder bei Arthrose. Manchmal springt der Nerv beim Beugen aus seiner Rinne.

Nicht immer ist der Nerv allein daran beteiligt. Beim Snapping-Trizeps-Syndrom (schnappender Trizeps) rutscht zusätzlich ein innerer Anteil des Trizepsmuskels über den Knochenvorsprung an der Ellbogeninnenseite. Beides zusammen erzeugt ein doppeltes Schnappen, das sich beim Beugen ertasten lässt. Die Unterscheidung ist wichtig: Wird nur der Nerv verlegt und der Muskelanteil übersehen, schnappt es weiter. Ich prüfe deshalb bei jedem Schnappphänomen am Ellbogen beide Strukturen — im Tasten und im Ultraschall unter Bewegung.

Typische Beschwerden

  • Kribbeln und Taubheit — im kleinen Finger und an der ellenseitigen Hälfte des Ringfingers.
  • Auslöser Beugung — Telefonieren, Autofahren, Schlafen mit angewinkeltem Arm.
  • Schmerz innen am Ellbogen — mit Ausstrahlung in Unterarm und Hand.
  • Kraftverlust — Fingerspreizen und der Griff zwischen Daumen und Zeigefinger werden schwächer.
  • Ungeschicklichkeit — Schlüssel und Besteck entgleiten, feine Bewegungen misslingen.
  • Späte Zeichen — der Muskel zwischen Daumen und Zeigefinger fällt ein.

So stelle ich die Diagnose

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch: welche Finger betroffen sind, wann die Beschwerden auftreten, wie Sie arbeiten und schlafen. Danach prüfe ich Gefühl und Kraft im Versorgungsgebiet des Nervus ulnaris und setze Tests ein, bei denen anhaltende Beugung oder Beklopfen der Rinne die Missempfindungen auslösen. Ich taste, ob der Nerv aus seiner Rinne springt.

In der Ordination steht mir der Ultraschall zur Verfügung: Ich sehe den Nerv im Querschnitt, erkenne eine Schwellung vor der Engstelle und beurteile sein Gleiten in Bewegung. Die Nervenmessung (Elektroneurographie) veranlasse ich über die Neurologie; sie zeigt, auf welcher Höhe der Nerv leidet. Bei knöchernem Verdacht veranlasse ich eine Röntgenaufnahme, bei Bedarf ein MRT. Schlafen vor allem Daumen, Zeige- und Mittelfinger ein, spricht das eher für ein Karpaltunnelsyndrom; bleibt das Bild unklar, gehe ich die Ursachen von Ellbogenschmerzen der Reihe nach durch.

Behandlung: zuerst konservativ

Solange der Nerv keinen nachweisbaren Schaden genommen hat, beginne ich ohne Operation. Den größten Beitrag leistet die Entlastung: den Ellbogen nicht auf harte Kanten aufstützen, Arbeit mit stark gebeugtem Arm unterbrechen, beim Telefonieren ein Headset nutzen, nachts locker gestreckt lagern. Physiotherapie ergänzt das mit Übungen, die den Nerv wieder gleiten lassen — im Orthozentrum Döbling im selben Haus. Ist zusätzlich der Sehnenansatz innen gereizt wie beim Golferarm, kann eine ultraschallgestützte Infiltration lindern.

Ehrlich dazugesagt: Diese Maßnahmen nehmen Druck und Reiz, die Enge selbst beseitigen sie nicht. Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Den Ablauf erklärt die Seite zur Abrechnung als Wahlarzt.

Wenn eine Operation nötig ist

Das Ziel ist einfach: dem Nerv wieder Platz schaffen. Über einen Zugang an der Innenseite des Ellbogens stelle ich den Nervus ulnaris dar und löse das Dach über der Rinne sowie die einengenden Bindegewebsstränge — die Befreiung des Nervus ulnaris. Der Nerv selbst bleibt unangetastet. Springt er beim Beugen aus seiner Rinne, muss der Eingriff das mitberücksichtigen. Danach soll der Arm früh bewegt werden, damit der Nerv gleitet.

Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge. Weitere Eingriffe zeigen die Übersichten zum Ellbogen und zur Handchirurgie in Wien. Offen gesagt: Missempfindungen bessern sich meist früher als Kraft und Muskelmasse. Ob und wann operiert wird, hängt vom Befund ab — von der Nervenmessung, vom Beschwerdebild und von Ihrem Alltag. Das gewichten wir gemeinsam, und erst danach fällt die Entscheidung.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Sulcus-ulnaris-Syndrom

Das Leitzeichen ist ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl im kleinen Finger und an der ellenseitigen Hälfte des Ringfingers. Es meldet sich vor allem bei längerer Beugung — beim Telefonieren, beim Autofahren oder nachts. Kommen Schmerz an der Ellbogeninnenseite, Kraftverlust beim Fingerspreizen oder eine ungeschickte Hand dazu, passt das Bild gut.

Beim Beugen verengt sich die Rinne hinter dem inneren Knochenvorsprung, und der Nervus ulnaris wird zugleich gedehnt und gedrückt. Zuerst leidet seine Durchblutung, und er meldet sich mit Kribbeln. Deshalb wecken die Beschwerden viele Betroffene nachts, wenn der Arm angewinkelt liegt. Strecken und Ausschütteln bringt am Anfang meist Erleichterung.

Entscheidend ist, welche Finger betroffen sind. Der Nervus ulnaris versorgt den kleinen Finger und die ellenseitige Hälfte des Ringfingers; ist er eingeengt, schlafen genau diese ein. Beim Karpaltunnelsyndrom sitzt die Enge am Handgelenk, betroffen sind Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Auch der Ort des Schmerzes hilft weiter.

Meist ja, spätestens vor einer geplanten Operation. Gespräch, klinische Untersuchung und Ultraschall zeigen mir, wo die Enge sitzt. Die Nervenmessung ergänzt, wie stark die Leitung des Nervus ulnaris gestört ist und auf welcher Höhe. Ich veranlasse sie über die Neurologie und bespreche den Befund danach mit Ihnen.

Halten Sie den Ellbogen nicht dauerhaft stark gebeugt und stützen Sie ihn nicht auf harte Kanten auf — Schreibtisch, Autotür, Armlehne. Beim Telefonieren entlastet ein Headset. Für die Nacht hilft eine lockere Lagerung mit gestrecktem Arm. Welche Belastungen bei Ihnen die Rolle spielen, gehen wir gemeinsam durch.

Über einen Zugang an der Innenseite des Ellbogens stelle ich den Nerv dar und löse das Dach über der Rinne sowie einengende Bindegewebsstränge. Am Nerv selbst wird nichts verändert. Springt er beim Beugen aus seiner Rinne, muss der Eingriff das berücksichtigen. Vorgehen und Betäubung bespreche ich vorher mit Ihnen.

Wenn die Taubheit nicht mehr verschwindet, die Hand im Feingriff ungeschickt wird oder der Muskel zwischen Daumen und Zeigefinger sichtbar abnimmt. Solche Zeichen sprechen für einen bereits geschädigten Nerv, und Muskeln erholen sich langsamer als das Gefühl. Auch ein Schnappen des Nervs über den inneren Knochenvorsprung gehört angesehen.

Dr. med. Martin Eigenschink

Dr. med. Martin Eigenschink

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Spezialist für Ellbogen-, Schulter- und Handchirurgie

Operative und konservative Behandlung an Ellbogen, Schulter und Hand, bevorzugt minimalinvasiv. Ordination im Orthozentrum Döbling, 1190 Wien. Mehr über meinen Werdegang

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Stand: September 2026 · Inhaltlich verantwortlich: Dr. med. Martin Eigenschink, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, Wien.

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