Ellbogenluxation in Wien

Ein Sturz auf die ausgestreckte Hand, ein Ruck — und der Unterarm springt aus seiner Führung. Eingerenkt wird in der Unfallambulanz; was danach kommt, entscheidet darüber, ob der Ellbogen wieder frei beweglich und sicher geführt wird. Diese Nachbehandlung übernehme ich in meiner Ordination in Wien-Döbling.

Kurz gesagt

Bei einer Ellbogenluxation (Verrenkung) verlieren Elle und Speiche ihren Kontakt zum Oberarmknochen, fast immer durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand. Der Arm steht federnd fixiert und lässt sich nicht bewegen; eingerenkt wird unter Schmerzausschaltung in der Unfallambulanz. Danach entscheidet der Befund: Bei der einfachen Luxation sind nur Kapsel und Bänder verletzt, bei der komplexen ist zusätzlich Knochen gebrochen. Die einfache Form behandle ich meist ohne Operation — mit kurzer Ruhigstellung und früher geführter Bewegung gegen die beiden Folgeprobleme Einsteifung und Restinstabilität.

Was ist eine Ellbogenluxation?

Im Ellbogen treffen Oberarmknochen, Elle und Speiche zusammen, geführt von einer straffen Gelenkkapsel und zwei Seitenbandkomplexen. Damit der Unterarm aus dieser Führung springt, braucht es viel Kraft — meist einen Sturz auf die ausgestreckte Hand, über der sich der Körper weiterdreht. Der Unterarm weicht überwiegend nach hinten aus, die Weichteile reißen von außen nach innen: zuerst der äußere Bandkomplex, dann die Kapsel, zuletzt das innere Seitenband.

Bleibt es dabei, spricht man von einer einfachen Luxation; das Gelenk sitzt nach dem Einrenken meist wieder sicher, und die Bänder heilen bei richtiger Nachbehandlung aus. Bricht zusätzlich Knochen — typischerweise das Speichenköpfchen oder der Kronenfortsatz der Elle —, ist die Luxation komplex: Dem Gelenk fehlt der knöcherne Anschlag. Brechen Speichenköpfchen und Kronenfortsatz gemeinsam, spricht man von der „terrible triad“. Zwei Folgeprobleme behalte ich nach jeder Verrenkung im Auge: die Einsteifung, weil die Kapsel schnell vernarbt, und die Restinstabilität, wenn die Bänder in schlechter Spannung ausheilen. Weitere Beschwerdebilder zeigt die Übersicht Ellbogenspezialist in Wien.

Typische Beschwerden

  • Sichtbare Fehlstellung — der Ellbogen wirkt verschoben, das Olekranon (der Ellenhaken) tritt hervor
  • Federnde Sperre — der Arm lässt sich weder strecken noch beugen
  • Schwellung und Bluterguss — das Gelenk schwillt rasch an
  • Taubheit, Kribbeln oder kalte Finger — Warnzeichen für Nerven oder Gefäße, sofort in die Unfallambulanz
  • Streckdefizit nach dem Einrenken — der Arm bleibt in Beugung stehen, siehe steifer Ellbogen
  • Unsicherheit beim Aufstützen — Hinweis auf eine verbliebene Ellbogeninstabilität

So stelle ich die Diagnose

Zuerst lasse ich mir den Unfall schildern: Wie sind Sie gestürzt, was steht im Ambulanzbrief? Bringen Sie bitte alle Bilder von vor und nach dem Einrenken mit. Danach prüfe ich Druckpunkte, Beweglichkeit, Stabilität unter seitlicher Belastung sowie Gefühl, Kraft und Durchblutung in der Hand.

In der Ordination steht mir der Ultraschall zur Verfügung: für Gelenkerguss, Bandkomplexe und Sehnenansätze und für die Frage, wie weit das Gelenk aufklappt. Bei Bedarf veranlasse ich eine Röntgenaufnahme, bei knöcherner Beteiligung eine Computertomografie und für Bänder und Knorpel ein MRT. Bleibt der Befund unklar, zeigt die Ellbogenarthroskopie Kapsel, Knorpel und Bandansätze direkt unter Sicht.

Behandlung: zuerst konservativ

Das Einrenken gehört in die Unfallambulanz: Dort wird das Gelenk unter Schmerzausschaltung zurückgeführt und anschließend geröntgt. Versuchen Sie nie, den Arm selbst zurückzuschieben. Meine Arbeit beginnt danach. Die einfache Luxation behandle ich meist ohne Operation: kurze Ruhigstellung in einer Schiene, dann möglichst früh geführte Bewegung, oft in einer Orthese mit begrenztem Bewegungsweg.

Der Grund für die Eile: Die verletzte Kapsel vernarbt schnell, und je länger der Arm ruhig gestellt bleibt, desto zäher kommt die Streckung zurück. Passives Dehnen vermeide ich dabei. Die Übungstherapie übernehmen Physiotherapie und Trainingstherapie, beide im Orthozentrum Döbling im Haus. Blockiert der Schmerz die Bewegung, hilft eine ultraschallgestützte Infiltration, ergänzend die Magnetfeldtherapie; bei gereiztem Sehnenansatz kommen die Stoßwellentherapie oder die Eigenblut-Therapie (PRP) infrage. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern und die Streckung zurückzugewinnen.

Bei sportlich aktiven Patientinnen und Patienten wäge ich anders ab: Ist der äußere Bandkomplex gerissen oder bleibt der Ellbogen nach dem Einrenken unsicher in seiner Führung, bespreche ich die operative Stabilisierung oder Bandrekonstruktion schon früh — wer wieder werfen, stützen oder in den Kontaktsport zurück will, braucht ein Gelenk, das unter Belastung sicher hält.

Wenn eine Operation nötig ist

Operiert wird, wenn das Gelenk nach dem Einrenken nicht sicher in seiner Führung bleibt, wenn Knochen mitgebrochen ist oder wenn Nerven, Gefäße oder die Haut mitverletzt sind. Bei der komplexen Luxation stelle ich zuerst den knöchernen Anschlag wieder her: Speichenköpfchen und Kronenfortsatz werden versorgt, ergänzend refixiere ich den ausgerissenen äußeren Bandkomplex. Ziel ist ein Gelenk, das stabil genug ist, um früh wieder bewegt zu werden.

Manche Probleme zeigen sich erst im Verlauf. Bleibt der Ellbogen eingesteift, löse ich die Vernarbungen arthroskopisch (Arthrolyse) und entferne freie Gelenkskörper; bleibt der Arm unsicher, kommt eine Rekonstruktion des betroffenen Bandes infrage. Ist der Nervus ulnaris eingeengt, befreie ich ihn im selben Eingriff. Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Befund ab; wir entscheiden gemeinsam, sobald alle Bilder vorliegen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Ellbogenluxation

Fahren Sie umgehend in eine Unfallambulanz und versuchen Sie nicht, den Arm selbst zurückzuschieben — dabei können Knorpel, Bänder und Nerven zusätzlich Schaden nehmen. Stützen Sie ihn so ab, wie er am wenigsten schmerzt, und essen und trinken Sie nichts mehr, falls eine Narkose nötig wird. Taube, blasse oder kalte Finger sind ein Notfall.

Bei der einfachen Luxation sind nur Kapsel und Bänder verletzt; nach dem Einrenken sitzt das Gelenk meist wieder sicher in seiner Führung. Komplex heißt eine Luxation, wenn zusätzlich Knochen gebrochen ist, etwa das Speichenköpfchen oder der Kronenfortsatz der Elle. Dann fehlt dem Gelenk der knöcherne Anschlag, und es muss in der Regel operativ wiederhergestellt werden.

Nein. Die einfache Verrenkung behandle ich meist ohne Operation: kurze Ruhigstellung, danach geführte Bewegung unter physiotherapeutischer Anleitung und Kontrollen, ob das Gelenk zentriert bleibt. Operiert wird, wenn Knochen mitgebrochen ist, wenn der Ellbogen nicht sicher in seiner Führung bleibt oder wenn Nerven, Gefäße oder die Haut mitverletzt sind.

Weil die verletzte Gelenkkapsel rasch vernarbt. Bleibt der Arm lange in der Schiene, schrumpft die Kapsel, und die Streckung kommt nur zäh zurück. Ist das Gelenk nach dem Einrenken stabil, beginne ich deshalb früh mit geführter Bewegung in einem sicheren Bereich und erweitere ihn schrittweise, so weit es die Stabilität erlaubt.

Ein Streckdefizit ist das typische Folgeproblem, und ein kleiner Rest an fehlender Streckung bleibt manchmal bestehen. Mit früher geführter Bewegung und Physiotherapie lässt sich die Beweglichkeit meist weitgehend zurückgewinnen. Bleibt der Arm dauerhaft eingeschränkt, kann ich die Vernarbungen arthroskopisch lösen — dieser Eingriff heißt Arthrolyse und wird erst nach den konservativen Möglichkeiten überlegt.

Möglich ist das vor allem dann, wenn Knochen mitverletzt wurde oder die Bänder in schlechter Spannung ausgeheilt sind. Öfter als eine erneute Verrenkung tritt ein Unsicherheitsgefühl beim Aufstützen auf, ein Schnappen oder ein kurzes Wegknicken. Solche Zeichen sollten Sie abklären lassen: Dahinter steht häufig eine Instabilität des äußeren Bandkomplexes.

Möglichst bald. Die ersten Kontrollen entscheiden darüber, ob das Gelenk zentriert bleibt und wann die Bewegung weiter freigegeben werden kann. Bringen Sie bitte alles mit, was Sie haben: e-card, Ambulanzbrief sowie Röntgen- und CT-Bilder vor und nach dem Einrenken. Eine Überweisung brauchen Sie nicht; Termine vergebe ich nach Vereinbarung.

Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Bei Operationen ist eine Direktverrechnung mit der Zusatzversicherung möglich.

Dr. med. Martin Eigenschink

Dr. med. Martin Eigenschink

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Spezialist für Ellbogen-, Schulter- und Handchirurgie

Operative und konservative Behandlung an Ellbogen, Schulter und Hand, bevorzugt minimalinvasiv. Ordination im Orthozentrum Döbling, 1190 Wien. Mehr über meinen Werdegang

Weiterführend

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Kommt Ihr Ellbogen nach einer Verrenkung nicht in Gang oder fühlt er sich beim Aufstützen unsicher an, sehe ich mir den Befund gerne an. Telefonisch erreichen Sie die Ordination Montag bis Freitag von 9:00 bis 16:00 Uhr unter 01 2080145. Den Weg von der Honorarnote bis zur Rückerstattung beschreibt die Seite zur Abrechnung als Wahlarzt.

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Stand: September 2026 · Inhaltlich verantwortlich: Dr. med. Martin Eigenschink, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, Wien.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung im Einzelfall. Medizin entwickelt sich ständig weiter — trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für vollständige Aktualität übernommen werden.

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