Speichenköpfchenbruch in Wien
Ein Sturz auf die ausgestreckte Hand, danach Schmerz an der Außenseite des Ellbogens und eine Drehung des Unterarms, die kaum noch gelingt: So beginnt ein Speichenköpfchenbruch. Ich kläre den Befund samt Begleitverletzungen ab und begleite Sie durch die Nachbehandlung.
Kurz gesagt
Der Speichenköpfchenbruch (Radiusköpfchenfraktur) ist ein Bruch des oberen Speichenendes und der häufigste Knochenbruch am Ellbogen. Auslöser ist fast immer ein Sturz auf die ausgestreckte Hand. Typisch sind Druckschmerz an der Außenseite, eine Schwellung durch den Gelenkerguss und eine schmerzhafte Drehung des Unterarms. Steht der Bruch unverschoben, behandle ich ihn ohne Operation: kurze Ruhigstellung, dann bewusst frühe Bewegung unter Röntgenkontrolle. Ist ein Bruchstück verschoben oder blockiert es die Drehung, stabilisiere ich es operativ, meist mit versenkten Schrauben.
Was ist ein Speichenköpfchenbruch?
Das Speichenköpfchen (Radiusköpfchen) ist das schüsselförmige obere Ende der Speiche. Es rollt am Oberarmknochen ab und dreht sich zugleich an der Elle vorbei — jede Drehung der Handfläche nach oben und unten läuft über dieses kleine Gelenk. Zusätzlich stützt es den Ellbogen gegen seitliches Aufklappen und nimmt einen Teil der Last auf, die vom Handgelenk kommt.
Genau dieser Kraftfluss lässt es brechen: Fangen Sie einen Sturz mit gestrecktem Arm ab, presst der Oberarmknochen gegen den Speichenkopf. Eingeteilt wird der Bruch nach der Verschiebung — ein Riss ohne Versatz, ein abgesprengtes und verschobenes Stück, ein Bruch in mehrere Fragmente. Eine eigene Gruppe bilden Brüche mit Begleitverletzung, etwa gemeinsam mit einer Ellbogenluxation oder einem Bandriss.
Am Ellbogen brechen auch die beiden anderen Knochen. Der Bruch des Ellenhakens, an dem die Trizepssehne ansetzt, heißt Olekranonfraktur; hier zieht der Muskel die Bruchstücke auseinander. Ein gelenknaher Oberarmbruch verlangt eine sorgfältige Beurteilung der Gelenkfläche. Allen gemeinsam ist: Der Ellbogen verzeiht lange Ruhigstellung schlecht.
Typische Beschwerden
- Druckschmerz außen — genau über dem Speichenköpfchen.
- Schwellung — das Gelenk füllt sich, der Arm wird leicht gebeugt gehalten.
- Schmerzhafte Drehung — Türklinke, Schlüssel und Flaschenverschluss werden zur Hürde.
- Streck- und Beugehemmung — die letzten Grade fehlen.
- Blockierendes Gefühl — ein verschobenes Fragment bleibt beim Drehen hängen.
- Kribbeln oder Taubheit — Hinweis auf einen gereizten Nerv.
So stelle ich die Diagnose
Zuerst frage ich nach dem Hergang des Sturzes, danach untersuche ich den Arm: Ich taste den Ellbogen ab, prüfe Streckung, Beugung und beide Drehrichtungen, teste die Seitenbänder und kontrolliere Gefühl und Durchblutung der Hand. Den Nachweis liefert die Röntgenaufnahme in zwei Ebenen, die ich veranlasse; bei feinen Rissen ist der Erguss im Bild das einzige Zeichen. Bei Trümmerbrüchen ergänze ich eine Computertomographie, bei Verdacht auf einen Bandschaden ein MRT. In der Ordination beurteile ich mit dem Ultraschall Erguss und Weichteile im Verlauf. Unklare Beschwerden ordnet die Übersicht zu Ellbogenschmerzen ein.
Behandlung: zuerst konservativ
Der unverschobene Bruch ist der Regelfall und braucht keine Operation. Ich stelle den Arm in einer Schiene ruhig, solange die Schmerzen es verlangen, und beginne dann mit geführter Bewegung. Das ist kein Zugeständnis an die Ungeduld: Der Ellbogen vernarbt rasch, und ein Streckdefizit lässt sich leichter vermeiden als später beheben.
Röntgenkontrollen zeigen, ob die Stellung hält, parallel bauen wir die Funktion auf. Für den Aufbau stehen im Orthozentrum Döbling Physiotherapie und Trainingstherapie im Haus zur Verfügung, begleitend die Magnetfeldtherapie. Sie selbst halten die Schulter beweglich, benutzen die Hand und meiden das Aufstützen. Wann Zugreifen, Arbeiten und Training wieder möglich sind, richtet sich nach Bruchform und Kontrollbild.
Wenn eine Operation nötig ist
Für eine Stabilisierung sprechen ein deutlich verschobenes Bruchstück, eine mechanisch blockierte Drehung, ein Bruch in mehrere Fragmente sowie die Kombination mit Verrenkung oder Bandriss. Im Knochen versenkte Schrauben stellen die Gelenkfläche wieder her, bei größeren Fragmenten kommt eine schmale Platte infrage. Ein mitgerissenes Seitenband versorge ich im selben Eingriff, damit keine Ellbogeninstabilität zurückbleibt.
Bleiben später eine Bewegungssperre oder ein freier Gelenkskörper zurück, hilft die Ellbogenarthroskopie: Über kleine Zugänge löse ich Vernarbungen, trage Knochenanbauten ab und entferne störende Gelenkskörper. Mehr dazu auf der Seite zum steifen Ellbogen.
Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge. Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Wie die Rückerstattung abläuft, lesen Sie unter Wahlarzt und Rückerstattung.
Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Befund ab. Röntgenbild, Begleitverletzungen und die Anforderungen an Ihren Arm ergeben zusammen ein Bild — die Entscheidung treffen wir nach der Untersuchung gemeinsam. Den Überblick gibt die Seite zur Ellbogenchirurgie in Wien.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Speichenköpfchenbruch
Nicht immer. Steht das Köpfchen unverschoben, behandle ich den Bruch ohne Operation: kurze Ruhigstellung zur Schmerzlinderung, danach geführte Bewegung und Röntgenkontrollen, die zeigen, ob die Stellung hält. Für eine Stabilisierung sprechen ein verschobenes Bruchstück, eine blockierte Drehung des Unterarms, ein Trümmerbruch oder ein mitgerissenes Band. Welcher Weg zu Ihnen passt, hängt vom Befund ab.
Der Ellbogen nimmt lange Ruhigstellung übel: Kapsel und Weichteile vernarben, aus dem Bruch wird ein Streckdefizit. Deshalb stelle ich nur so lange ruhig, wie die Schmerzen es verlangen, und beginne dann mit geführten Übungen. Wie viel Bewegung erlaubt ist, richtet sich nach der Stabilität des Bruchs und nach der Röntgenkontrolle.
Beide betreffen den Ellbogen, aber verschiedene Knochen. Das Speichenköpfchen liegt außen und trägt die Drehung des Unterarms; es bricht meist beim Sturz auf die ausgestreckte Hand. Das Olekranon ist der Ellenhaken an der Rückseite, an dem die Trizepssehne zieht. Ein verschobener Ellenhakenbruch wird in der Regel stabilisiert, weil der Muskelzug die Bruchstücke auseinanderzieht.
Eine Bewegungseinschränkung ist möglich, am ehesten beim vollen Strecken. Frühe Bewegung, Physiotherapie und ein geführter Aufbau wirken dem entgegen. Bleibt ein störendes Defizit zurück, suche ich die Ursache: vernarbte Kapsel, Knochenanbauten oder ein freier Gelenkskörper. Ob eine Arthrolyse sinnvoll ist, entscheiden wir gemeinsam nach Untersuchung und Bildgebung.
Nicht grundsätzlich. Im Knochen versenkte Schrauben stören am Speichenköpfchen meist nicht und dürfen liegen bleiben. Für eine Entfernung sprechen ein Implantat, das die Drehung behindert oder auf Weichteile drückt, sowie Ihr eigener Wunsch. Voraussetzung ist ein knöchern durchbauter Bruch, den ich im Röntgen kontrolliere. Eile besteht dabei in der Regel nicht.
Ja, das ist ein häufiger Anlass für einen Termin. Ich sehe mir Bilder und Arztbrief an, messe die Beweglichkeit, kontrolliere die Stellung im Verlauf und stimme die Physiotherapie darauf ab. Bringen Sie bitte alles Vorhandene mit: e-card, Röntgen-, CT- oder MRT-Bilder und Vorbefunde. Eine Überweisung brauchen Sie nicht.
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