Speichenbruch in Wien
Ein Sturz auf die ausgestreckte Hand, ein stechender Schmerz über dem Handgelenk, dazu Schwellung und manchmal eine sichtbare Fehlstellung: So beginnt ein Speichenbruch meist. Ob eine Ruhigstellung genügt oder eine Stabilisierung die bessere Wahl ist, entscheidet die Stellung der Bruchstücke. Ich beurteile den Befund und begleite die Behandlung bis zurück in den Alltag.
Kurz gesagt
Der Speichenbruch, medizinisch distale Radiusfraktur, ist ein Bruch der Speiche knapp oberhalb des Handgelenks. Fast immer geht ihm ein Sturz auf die ausgestreckte Hand voraus, im höheren Alter schon aus dem Stand. Steht der Bruch stabil, kann er unter einer Ruhigstellung mit Gips oder Schiene und regelmäßigen Röntgenkontrollen ausheilen. Ist die Gelenkfläche verschoben oder der Bruch instabil, stabilisiere ich ihn operativ, meist mit einer winkelstabilen Platte. Ziel ist beide Male ein Handgelenk, das seine Form behält und früh wieder bewegt werden darf.
Was ist ein Speichenbruch?
Die Speiche (Radius) ist einer der beiden Unterarmknochen und liegt auf der Daumenseite. Am Handgelenk trägt sie den größten Teil der Last und bildet die Gelenkfläche für die Handwurzel. Ein Bruch im gelenknahen Abschnitt gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen.
Der Unfallhergang bestimmt die Bruchform. Fängt man den Sturz mit überstreckter Hand ab, kippt das Bruchstück zum Handrücken hin; stürzt man auf den Handrücken bei gebeugtem Handgelenk, kippt es zur Beugeseite. Der Bruch kann sich stauchen, in mehrere Fragmente zerfallen oder in die Gelenkfläche einstrahlen; eine Stufe im Knorpel verändert die Lastverteilung dauerhaft und begünstigt später eine Arthrose des Handgelenks.
Besonders betroffen sind jüngere Menschen nach einem Sturz mit hoher Wucht und ältere Menschen mit nachlassender Knochenqualität. Häufig bricht der Griffelfortsatz der Elle mit; derselbe Sturz kann auch das Kahnbein brechen oder Bänder der Handwurzel verletzen.
Typische Beschwerden
- Sofortiger Schmerz — er setzt mit dem Sturz ein und nimmt bei jeder Bewegung zu.
- Schwellung und Bluterguss — das Handgelenk schwillt rasch an.
- Sichtbare Fehlstellung — eine Stufe oder bajonettartige Verbiegung vor der Hand.
- Kraftverlust — Zugreifen und Abstützen gelingen kaum, die Drehung des Unterarms schmerzt.
- Taubheit in den Fingern — Warnzeichen für Druck auf den Nervus medianus.
So stelle ich die Diagnose
Zuerst lasse ich mir den Unfallhergang schildern, danach folgt die klinische Untersuchung: Ich taste Handgelenk und Handwurzel ab und prüfe Durchblutung, Gefühl und Sehnenfunktion. Den Nachweis bringt eine Röntgenaufnahme in zwei Ebenen, die ich veranlasse; reicht der Bruch in die Gelenkfläche, kommt eine Computertomographie dazu. In der Ordination beurteile ich mit dem Ultraschall Sehnen und Weichteile. Bleiben nach der knöchernen Heilung Beschwerden, kläre ich über ein MRT eine Bandverletzung am Handgelenk ab.
Behandlung: zuerst konservativ
Steht der Bruch stabil und in guter Stellung, braucht es keine Operation. Ich stelle das Handgelenk in Gips oder Schiene ruhig und kontrolliere die Stellung im Röntgen, denn ein anfangs gut stehender Bruch kann nachsinken. Ist er verschoben, wird er zuerst unter Betäubung eingerichtet — das gehört in die unfallchirurgische Erstversorgung; die weitere Betreuung übernehme ich.
Währenddessen zählt, was Sie selbst tun: die Finger vollständig bewegen, den Arm hochlagern, die Schulter nicht steif werden lassen. Nach Abnahme des Gipses beginnt der Aufbau. Physiotherapie und Trainingstherapie sind im Orthozentrum Döbling im Haus, begleitend steht die Magnetfeldtherapie zur Verfügung. Wie rasch Belastung folgt, richtet sich nach der Röntgenkontrolle.
Wenn eine Operation nötig ist
Für eine Stabilisierung sprechen eine verschobene oder gestufte Gelenkfläche, eine Stauchung mit Verkürzung, ein instabiler Trümmerbruch, ein offener Bruch und Druck auf den Nervus medianus. Der übliche Weg ist die winkelstabile Platte über einen Zugang an der Beugeseite; bei bestimmten Bruchformen genügen Schrauben oder Drähte. Ziel ist eine übungsstabile Versorgung, die frühe Bewegung erlaubt.
Besteht der Verdacht auf eine Bandverletzung, spiegle ich das Handgelenk in derselben Narkose. Die Arthroskopie des Handgelenks zeigt Gelenkfläche und TFCC (den Bandkomplex an der Kleinfingerseite) direkt, ein Riss lässt sich gleich mitversorgen. Begleitende Finger- und Mittelhandbrüche versorge ich in einem Zug mit.
Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge. Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Den Ablauf beschreibe ich unter Wahlarzt und Rückerstattung.
Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Befund ab. Aus Röntgenbild, Knochenqualität und dem, was Ihre Hand im Beruf und im Sport leisten soll, ergibt sich der Weg — den legen wir gemeinsam fest, nachdem ich Sie untersucht habe. Welche Eingriffe an Hand und Handgelenk dazugehören, zeigt die Übersicht zur Handchirurgie in Wien.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Speichenbruch
Nein. Steht der Bruch stabil und in guter Stellung, genügt die Ruhigstellung in Gips oder Schiene; Röntgenkontrollen zeigen, ob die Stellung hält. Für eine Operation sprechen eine verschobene Gelenkfläche, ein instabiler Trümmerbruch, ein offener Bruch oder Druck auf den Nervus medianus. Welcher Weg passt, hängt vom Befund ab.
Nach einem Sturz auf die Hand sprechen ein sofort einsetzender Schmerz, eine rasche Schwellung und eine sichtbare Stufe für einen Bruch. Auch ein äußerlich unauffälliges Handgelenk kann gebrochen sein: Der Kahnbeinbruch wird genau deshalb oft übersehen. Sicherheit bringt nur das Röntgenbild, deshalb gehört ein schmerzhaftes Handgelenk abgeklärt.
Eine schmale Metallplatte, deren Schrauben fest in der Platte verankert sind. So entsteht ein stabiler Verbund, der die eingerichtete Stellung der Bruchstücke hält, auch wenn der Knochen weich ist. Ich lege sie meist über einen Zugang an der Beugeseite ein. Das Handgelenk ist damit übungsstabil und darf früh bewegt werden.
Die Finger bewegen Sie von Anfang an, auch im Gips: Das hält die Sehnen gleitfähig und lässt die Schwellung abklingen. Nach einer übungsstabilen Versorgung mit Platte beginnen wir früh mit vorsichtigen Übungen für das Handgelenk. Nach einer Ruhigstellung startet die Bewegung, sobald die Röntgenkontrolle es erlaubt.
Der TFCC ist der Bandkomplex an der Kleinfingerseite des Handgelenks, der Speiche und Elle zusammenhält und die Drehung des Unterarms führt. Beim Sturz reißt er nicht selten mit. Bleiben nach knöcherner Heilung Schmerzen an der Kleinfingerseite und beim Aufdrehen eines Verschlusses, kläre ich diese Begleitverletzung ab.
Nicht zwingend. Sie darf liegen bleiben, wenn sie keine Beschwerden macht. Entfernt wird sie, wenn sie stört, auf Sehnen drückt oder Sie es wünschen; dieser Eingriff ist kleiner als die erste Operation. Voraussetzung ist eine knöcherne Durchbauung, die ich im Röntgen kontrolliere.
Ja, das ist ein häufiger Grund für einen Termin. Ich sehe mir Erstversorgung und Bilder an, kontrolliere die Stellung im Verlauf und steuere die Nachbehandlung. Bringen Sie bitte alle Röntgenbilder, Arztbriefe und Vorbefunde mit. Termine vergebe ich in der Regel innerhalb einer Woche.
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