Fingerbruch und Mittelhandbruch in Wien

Ein Sturz auf die Hand, ein Ball gegen den gestreckten Finger, ein Schlag gegen einen harten Gegenstand: Die Hand schwillt an, schmerzt und lässt sich nicht zur Faust schließen. Ich untersuche die Hand, beurteile Stellung und Stabilität des Bruchs und bespreche mit Ihnen den weiteren Weg.

Kurz gesagt

Ein Fingerbruch oder Mittelhandbruch entsteht meist durch Sturz, Anprall oder Schlag; typisch sind Schwellung, punktgenauer Druckschmerz und ein eingeschränkter Faustschluss. Entscheidend ist die Stellung der Bruchstücke: Ein Drehfehler lässt den Finger beim Faustschluss über den Nachbarn laufen und muss korrigiert werden. Stabile Brüche behandle ich mit Schiene oder Zwillingsverband und früher, geführter Bewegung, verschobene oder gelenknahe Brüche mit Schraube, Platte oder Draht. Verletzte Beuge- und Strecksehnen versorge ich zeitnah.

Was ist ein Fingerbruch oder ein Mittelhandbruch?

Jeder Finger besteht aus drei kleinen Röhrenknochen — Grund-, Mittel- und Endglied —, der Daumen aus zweien. Dahinter liegen die fünf Mittelhandknochen (Ossa metacarpalia), die den Handrücken bilden und die Achse der Finger vorgeben. Bricht einer davon, verändert sich die Geometrie eines fein abgestimmten Systems aus Gelenken, Sehnen und Bändern.

Die Ursachen sind meist alltäglich: der Sturz auf die abgestützte Hand, ein eingeklemmter Finger oder ein Schlag gegen einen harten Widerstand. Der Bruch des fünften Mittelhandknochens unter dem Kleinfingerknöchel heißt Boxerfraktur. Fingerbrüche sehe ich häufig in Ball- und Kontaktsportarten; mehr dazu in der Sportorthopädie in Wien.

Nicht jede Verletzung ist ein Bruch. Reißt die Strecksehne am Endglied ab, hängt die Fingerkuppe kraftlos nach unten. Beugesehnen werden durch Schnitte durchtrennt oder reißen beim Zupacken am Knochen aus; dann beugt das Gelenk nicht mehr aktiv. Weil Knochen- und Sehnenverletzung gemeinsam auftreten können, prüfe ich immer beides.

Typische Beschwerden

  • Schwellung und Bluterguss — Finger oder Handrücken schwellen rasch an.
  • Druckschmerz — punktgenau über der Bruchstelle, zunehmend bei Belastung.
  • Sichtbare Fehlstellung — ein Knick, eine Verkürzung oder ein eingesunkener Knöchel.
  • Drehfehler — der Finger kreuzt beim Faustschluss über den Nachbarfinger.
  • Eingeschränkter Faustschluss — die Hand schließt nicht mehr vollständig.
  • Ausfall einer Sehne — das Endglied hängt herab oder das Gelenk beugt nicht mehr.
  • Taubheit oder Kribbeln — Hinweis auf verletzte Fingernerven, meist nach Schnitten.

So stelle ich die Diagnose

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch über Unfallhergang, Beruf und sportliche Anforderungen. Danach untersuche ich die Hand klinisch, taste die Bruchstelle, prüfe Achse und Drehung im Faustschluss, teste jede Beuge- und Strecksehne einzeln und prüfe Durchblutung und Gefühl. In der Ordination steht mir der Ultraschall zur Verfügung; damit beurteile ich Sehnen und Weichteile in Bewegung. Für den Knochen veranlasse ich eine Röntgenaufnahme, bei Gelenkbeteiligung zusätzlich eine Computertomographie oder ein MRT.

Behandlung: zuerst konservativ

Viele Finger- und Mittelhandbrüche brauchen keine Operation. Steht der Bruch stabil, ohne Drehfehler und ohne wesentliche Verschiebung, genügt eine Ruhigstellung: eine angepasste Schiene, die die Gelenke in einer Stellung hält, in der die Bänder nicht schrumpfen, oder ein Zwillingsverband (Buddy-Taping), der den verletzten Finger am gesunden Nachbarn führt.

Ruhigstellung ist an der Hand ein Kompromiss: Der Knochen braucht Ruhe, die Gelenke brauchen Bewegung. Deshalb halte ich sie so knapp wie vertretbar und lasse alle nicht betroffenen Gelenke von Beginn an bewegen. Hochlagern gehört dazu, ebenso Physio- und Trainingstherapie im Orthozentrum Döbling und ergänzend die Magnetfeldtherapie. Röntgenkontrollen zeigen, ob der Bruch in seiner Stellung bleibt.

Auch ein Riss der Strecksehne am Endglied lässt sich häufig ohne Operation behandeln, wenn das Endgelenk durchgehend in einer Schiene gestreckt bleibt; das verlangt Geduld, denn jede Unterbrechung setzt den Verlauf zurück.

Wenn eine Operation nötig ist

Für einen Eingriff sprechen klare Befunde: ein Drehfehler, ein deutlicher Achsknick, ein Bruch bis in das Gelenk, ein offener Bruch oder ein Bruch, der in der Kontrolle abrutscht. Ziel ist eine Stabilität, die frühe Bewegung erlaubt: An der Hand zählt Beweglichkeit ebenso viel wie die knöcherne Heilung.

Je nach Bruchform verwende ich kleine Schrauben, eine schmale Platte oder Drähte; der Zugang bleibt so klein wie möglich, damit die Gleitschichten der Sehnen geschont werden. Bei Sehnenverletzungen zählt der Zeitpunkt: Eine durchtrennte Beugesehne nähe ich zeitnah, weil sich die Sehnenenden sonst zurückziehen und verkleben.

Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge.

Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Mehr dazu im Ablauf als Wahlarzt.

Reicht die Verletzung weiter nach körpernah, kommen ein Speichenbruch (distale Radiusfraktur) oder ein Kahnbeinbruch in Frage. Bleiben die Beschwerden unklar, hilft die Übersicht zu Handschmerzen und ihren Ursachen; alle Eingriffe an Hand und Handgelenk finden Sie im Bereich Handchirurgie in Wien.

Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Befund ab. Ich lege Ihnen die Bilder vor, erkläre Möglichkeiten und Grenzen und entscheide gemeinsam mit Ihnen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Finger- und Mittelhandbrüchen

Sicher unterscheiden lässt sich ein Bruch von einer Prellung nur mit einer Röntgenaufnahme. Verdächtig sind rasche Schwellung, punktgenauer Druckschmerz über dem Knochen, eine sichtbare Fehlstellung und ein Finger, der beim Faustschluss über den Nachbarn kreuzt. Auch ein beweglicher Finger kann gebrochen sein. Lassen Sie die Hand bei diesen Zeichen rasch untersuchen.

So heißt der Bruch des fünften Mittelhandknochens knapp unter dem Kleinfingerknöchel. Er entsteht, wenn die geballte Faust auf einen harten Widerstand trifft. Typisch sind Schwellung am Handrücken und ein eingesunkener Knöchel. Ob operiert wird, hängt vom Abkippen des Bruchstücks ab und davon, ob der Kleinfinger beim Faustschluss verdreht steht.

Weil er sich zur Fingerspitze hin vervielfacht. Eine geringe Verdrehung an der Bruchstelle führt dazu, dass der Finger beim Faustschluss nicht mehr in die Handfläche zeigt, sondern über den Nachbarfinger läuft. Das stört Greifen und Feinmotorik dauerhaft und lässt sich später nur mit größerem Aufwand korrigieren.

Nein. Steht der Bruch stabil, ohne Drehfehler und ohne wesentliche Verschiebung, behandle ich ihn mit Schiene oder Zwillingsverband und lasse früh geführt bewegen. Für eine Operation sprechen ein Drehfehler, eine deutliche Verschiebung, ein Bruch bis in das Gelenk, offene Brüche oder ein Bruch, der in der Kontrolle abrutscht.

Entscheidend ist, was aktiv nicht mehr gelingt. Hängt das Endglied kraftlos nach unten und lässt es sich nicht aktiv strecken, spricht das für eine Verletzung der Strecksehne. Lässt sich ein Fingergelenk nicht mehr aktiv beugen, ist die Beugesehne betroffen. Beides gehört rasch untersucht.

Ziel der Stabilisierung ist eine frühe, geführte Bewegung. Ich lege fest, welche Bewegungen ab wann erlaubt sind, und stimme die Nachbehandlung mit der Physio- und Trainingstherapie im Orthozentrum Döbling ab. Röntgenkontrollen begleiten die Heilung. Schwellung und Steifigkeit gehören zum Verlauf; regelmäßiges Üben ist ebenso wichtig wie der Eingriff.

Dr. med. Martin Eigenschink

Dr. med. Martin Eigenschink

Facharzt für Orthopädie und Traumatologie · Spezialist für Ellbogen-, Schulter- und Handchirurgie

Operative und konservative Behandlung an Ellbogen, Schulter und Hand, bevorzugt minimalinvasiv. Ordination im Orthozentrum Döbling, 1190 Wien. Mehr über meinen Werdegang

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Stand: September 2026 · Inhaltlich verantwortlich: Dr. med. Martin Eigenschink, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, Wien.

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