Handgelenksarthrose und Fingerarthrose in Wien
Beim Aufstützen, beim Aufdrehen einer Flasche meldet sich das Handgelenk. Morgens sind die Finger steif, an den Gelenken treten harte Knoten hervor. Ich kläre ab, welche Gelenke betroffen sind, und bespreche die passende Behandlung mit Ihnen.
Kurz gesagt
Bei einer Handgelenksarthrose ist der Knorpel zwischen Speiche und Handwurzelknochen verschlissen; bei einer Fingerarthrose betrifft derselbe Vorgang die kleinen Fingergelenke. Typisch sind Anlaufschmerz, Schmerz beim Aufstützen und Drehen, ein nachlassender Griff und harte Knoten an den Fingern. Am Handgelenk steckt dahinter häufig eine alte Verletzung. Behandelt wird zuerst konservativ: Schiene, Physio- und Trainingstherapie, ultraschallgestützte Infiltration, Eigenblut-Therapie, Magnetfeldtherapie. Über einen Eingriff spreche ich erst, wenn das nicht mehr trägt.
Was ist Handgelenksarthrose?
Arthrose bedeutet, dass die Knorpelschicht zwischen zwei Knochen dünner wird und stellenweise verschwindet. Am Handgelenk betrifft das den Übergang zwischen Speiche und Handwurzel sowie die Gelenke zwischen den Handwurzelknochen. An den Fingern trifft es die kleinen Gelenke: an den Endgelenken als Heberden-Arthrose, an den Mittelgelenken als Bouchard-Arthrose. Dort tritt die Arthrose familiär gehäuft auf und betrifft meist mehrere Gelenke. Der Verschleiß des Daumensattelgelenks heißt Rhizarthrose (Arthrose des Daumensattelgelenks) und wird eigens behandelt.
Am Handgelenk entsteht der Verschleiß selten ohne Vorgeschichte. Bleibt ein Riss des skapholunären Bandes zwischen Kahnbein und Mondbein unversorgt, verschieben sich die Handwurzelknochen gegeneinander; der Knorpel wird ungleich belastet und reibt sich ab. Dieser Verlauf heißt SLAC-Handgelenk. Wächst ein Kahnbeinbruch nicht zusammen, entsteht über denselben Mechanismus ein SNAC-Handgelenk. Auch ein in Fehlstellung verheilter Speichenbruch belastet die Gelenkfläche ungünstig. Deshalb versorge ich frische Bandverletzungen am Handgelenk früh.
Typische Beschwerden
- Anlaufschmerz — die ersten Bewegungen nach einer Ruhephase tun weh, danach wird es besser.
- Schmerz beim Aufstützen und Drehen — Stütz am Boden, Flasche aufdrehen, Schlüssel drehen.
- Kraftverlust im Griff — Gegenstände entgleiten, ein fester Händedruck fällt schwer.
- Steife und harte Knoten an den Fingern — die Faust schließt morgens erst nach einigen Bewegungen.
- Reiben und Bewegungsverlust — das Abknicken des Handgelenks nach hinten fällt schwer.
- Entzündlich aktive Phasen — das Gelenk ist geschwollen, überwärmt und schmerzt in Ruhe.
So stelle ich die Diagnose
Am Anfang steht das ausführliche Gespräch: seit wann die Beschwerden bestehen, welche Bewegung sie auslöst, ob es einen Unfall gab — auch einen, der lange zurückliegt. Danach untersuche ich Hand und Handgelenk, prüfe Beweglichkeit, Kraft und Stabilität und ordne den Druckschmerz einem Gelenk zu. In der Ordination steht mir der Ultraschall zur Verfügung: für Erguss, Sehnen und Weichteile und für die gezielte Infiltration. Den knöchernen Zustand zeigt das Röntgenbild; Röntgen und MRT sind nicht im Haus, ich veranlasse sie bei Bedarf und bespreche die Bilder mit Ihnen.
Behandlung: zuerst konservativ
Arthrose lässt sich nicht rückgängig machen. Ziel ist deshalb, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und die Hand im Alltag brauchbar zu halten. Ich gehe stufenweise vor:
- Schiene und Orthese — entlastet in Belastungsphasen und im aktiven Schub; an den Fingern kleine Nachtschienen.
- Physio- und Trainingstherapie — gelenkschonende Grifftechniken, Übungen für Beweglichkeit und Kraft; beides findet im Orthozentrum Döbling im Haus statt.
- Ultraschallgestützte Infiltration — das Medikament kommt unter Sicht genau dorthin, wo es wirken soll.
- Eigenbluttherapie (PRP) — möglich bei Knorpelbeschwerden; die Grenzen bespreche ich vorher offen mit Ihnen.
- Magnetfeldtherapie — begleitend, wenn Reizzustand und Schwellung im Vordergrund stehen.
- Belastung anpassen — nicht schonen, sondern anders belasten: Bewegung ohne Stoß und Dauerstütz.
Wenn eine Operation nötig ist
Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Befund und vom Leidensdruck ab, nicht vom Röntgenbild allein. Ich operiere, wenn die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und die Hand nicht mehr mitmacht.
Am Handgelenk beginne ich, wo es geht, minimalinvasiv: Bei der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) lassen sich Knorpel und Bänder direkt beurteilen, freie Gelenkskörper entfernen und gereiztes Gewebe abtragen. Ist ein Bandschaden die Ursache und der Knorpel erhalten, kann eine Bandrekonstruktion den Verlauf beeinflussen. Ist der Knorpel großflächig verbraucht, geht es darum, den schmerzenden Gelenkanteil auszuschalten und möglichst viel Beweglichkeit zu erhalten: Teilversteifung einzelner Handwurzelgelenke, Entfernen einer geschädigten Knochenreihe, Versteifung oder Gelenkersatz. Einen Überblick gibt die Seite zur Handchirurgie in Wien.
Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge.
Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Mehr dazu auf der Seite Wahlarzt: Ablauf und Rückerstattung.
Ob und welcher Eingriff für Sie in Frage kommt, entscheide ich nicht am Bild allein: Befund, Beruf, Sport und Ihr Anspruch an die Hand gehören dazu. Den nächsten Schritt lege ich gemeinsam mit Ihnen fest.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Handgelenks- und Fingerarthrose
Typisch ist der Anlaufschmerz: Die ersten Bewegungen nach einer Ruhephase tun weh, danach wird es besser. Dazu kommen Schmerzen beim Aufstützen und beim Drehen, ein nachlassender Griff und manchmal ein Reiben im Gelenk. Sicherheit bringt erst die Untersuchung mit einem Röntgenbild, denn Sehnen- und Bandprobleme machen ähnliche Beschwerden.
Beides sind Arthrosen der Fingergelenke, sie unterscheiden sich nur im Ort. Die Heberden-Arthrose betrifft die Endgelenke direkt unter dem Nagel, die Bouchard-Arthrose die Mittelgelenke. In beiden Fällen entstehen am Gelenkrand knöcherne Anbauten, die als harte Knoten tastbar sind. Der Verschleiß des Daumensattelgelenks trägt einen eigenen Namen: Rhizarthrose.
Beide Begriffe beschreiben, wie eine alte Verletzung in eine Handgelenksarthrose mündet. Beim SLAC-Handgelenk ist das Band zwischen Kahnbein und Mondbein gerissen und nicht verheilt, beim SNAC-Handgelenk ein Kahnbeinbruch nicht zusammengewachsen. In beiden Fällen verschieben sich die Handwurzelknochen, der Knorpel wird ungleich belastet und verschleißt in einer typischen Reihenfolge.
Eine Orthese entlastet in Belastungsphasen und in aktiven Schüben, weil sie das Gelenk ruhig stellt und Fehlbelastung verhindert. Ein Dauerzustand ist sie nicht: Wird das Handgelenk zu lange geschont, verliert es an Beweglichkeit und Kraft. Ich lege deshalb fest, wie lange die Schiene getragen wird, und kombiniere sie mit Übungen.
Bei der Eigenblut-Therapie bereite ich Ihr Blut auf und bringe den plättchenreichen Anteil unter Ultraschallkontrolle in das Gelenk ein. Sie kommt bei Knorpelbeschwerden und Sehnenansatzreizungen in Frage. Neuen Knorpel baut sie nicht auf, die wissenschaftliche Datenlage ist uneinheitlich. Ob sie in Ihrem Fall sinnvoll ist, bespreche ich offen mit Ihnen.
Nein. Viele Patientinnen und Patienten kommen mit Schiene, Physio- und Trainingstherapie, Infiltration und angepasster Belastung gut zurecht. Für einen Eingriff spricht erst, wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und Schmerz oder Kraftverlust den Alltag bestimmen. Ausschlaggebend ist Ihr Beschwerdebild, nicht der Befund im Röntgenbild allein.
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