Schlüsselbeinbruch in Wien
Ein Sturz auf die Schulter, ein Knacken, und der Arm lässt sich nicht mehr heben: Der Bruch des Schlüsselbeins trifft besonders oft Menschen, die Rad fahren oder Kontaktsport betreiben. Ich kläre ab, wie die Bruchstücke stehen, und bespreche mit Ihnen, ob eine Schlinge genügt oder eine Stabilisierung nötig ist.
Kurz gesagt
Der Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur) betrifft den Knochen, der das Brustbein mit dem Schulterdach verbindet. Er entsteht fast immer durch einen Sturz auf die Schulter, am häufigsten im Rad- und Kontaktsport. Typisch sind punktgenauer Druckschmerz, eine tastbare Stufe und eine Schulter, die nach vorne und unten hängt. Gesichert wird die Diagnose im Röntgenbild. Steht der Bruch gut, genügt die Ruhigstellung in einer Schlinge; bei deutlicher Verschiebung, Verkürzung, offenem Bruch oder Beteiligung des Schultereckgelenks stabilisiere ich ihn mit Platte und Schrauben.
Was ist ein Schlüsselbeinbruch?
Das Schlüsselbein (Klavikula) ist der einzige knöcherne Verbinder zwischen Arm und Rumpf. Es spannt sich flach geschwungen vom Brustbein zum Schulterdach und hält die Schulter auf Abstand zum Brustkorb. Bricht es, fehlt diese Strebe: Die Schulter sinkt nach vorne und unten, das Heben des Arms wird schmerzhaft. Weil der Knochen direkt unter der Haut liegt, ist eine Fehlstellung meist zu sehen und zu tasten.
Der Knochen hat drei Bereiche. Der mittlere Abschnitt bricht mit Abstand am häufigsten: Er ist der schmalste Teil, liegt dort, wo die beiden Krümmungen ineinander übergehen, und wird von keinem kräftigen Band gehalten. Über ihn läuft die Wucht eines Sturzes auf die Schulter zum Rumpf — typisch beim Sturz über den Lenker, im Schnee oder im Zweikampf. Der äußere Abschnitt liegt am Schultereckgelenk (AC-Gelenk); reißen die Bänder zum Rabenschnabelfortsatz mit, wird der Bruch instabil. Der innere Abschnitt am Brustbein bricht selten.
Typische Beschwerden
- Punktgenauer Schmerz über dem Schlüsselbein — er nimmt bei jeder Armbewegung zu
- Tastbare oder sichtbare Stufe — die Bruchstücke stehen versetzt
- Herabhängende Schulter — sie sinkt nach vorne und unten
- Schonhaltung — der Arm wird am Körper gehalten und mit der Gegenhand gestützt
- Schwellung und Bluterguss — dazu gespannte Haut über der Bruchstelle
- Warnzeichen — Taubheit, kalte Hand oder Atemnot gehören sofort abgeklärt
So stelle ich die Diagnose
Zuerst lasse ich mir den Sturz schildern. Danach taste ich das Schlüsselbein auf seiner ganzen Länge ab und prüfe die Haut über der Bruchstelle sowie Durchblutung, Gefühl und Kraft im Arm. Schultereckgelenk und Brustbeingelenk untersuche ich mit, weil sie ähnliche Beschwerden machen. Bluterguss und Weichteile beurteile ich in der Ordination mit dem Ultraschall. Für den Knochen veranlasse ich ein Röntgenbild; es zeigt Höhe des Bruchs, Verschiebung und Verkürzung. Bei Brüchen am inneren Ende veranlasse ich zusätzlich eine CT.
Behandlung: zuerst konservativ
Ein Bruch mit gutem Knochenkontakt und ohne Verkürzung heilt in der Regel ohne Operation. Der Arm kommt in eine Schlinge, die sein Gewicht abnimmt und die Bruchenden entlastet. Der früher übliche Rucksackverband bringt keinen Vorteil und drückt oft in der Achsel. Wie lange die Ruhigstellung nötig ist, richtet sich nach dem Verlauf, nicht nach dem Kalender.
Finger, Handgelenk und Ellbogen bewegen Sie von Anfang an, damit nichts einsteift; sobald der Schmerz es zulässt, kommen geführte Übungen dazu. Physiotherapie und Trainingstherapie sind im Orthozentrum Döbling im Haus. Kontrollbilder zeigen, ob die Stellung hält; rutscht der Bruch nach, bespreche ich die Stabilisierung neu.
Wenn eine Stabilisierung nötig ist
Für einen Eingriff sprechen eine deutliche Verschiebung ohne Kontakt der Bruchenden, eine Verkürzung, ein offener Bruch und Haut, die über einer Knochenspitze weiß gespannt ist. Dasselbe gilt bei Verletzung von Gefäßen oder Nerven und bei einem äußeren Bruch mit gerissenen Bändern zum Rabenschnabelfortsatz; dieser Fall grenzt an die Verrenkung des Schultereckgelenks mit Hochstand des Schlüsselbeins.
Übliches Verfahren ist die Plattenosteosynthese (Stabilisierung mit einer Platte): Ich richte die Bruchstücke auf, stelle Länge und Achse wieder her und verankere eine vorgeformte Platte mit Schrauben. Ziel ist eine Festigkeit, die frühe geführte Bewegung erlaubt. Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge.
Was bleiben kann, sage ich vorher. Ohne Operation bildet der Knochen an der Bruchstelle einen Kallus (neu gebildeten Knochen), der als Verdickung tastbar und bei schlanken Menschen sichtbar bleibt. Nach einer Stabilisierung bleiben Narbe und Platte; sie ist unter der dünnen Haut oft zu spüren und kann unter Rucksackgurten stören. Entfernen lässt sie sich nach knöcherner Heilung in einem zweiten, kleineren Eingriff.
Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Näheres zum Ablauf als Wahlarztordination. Verwandt sind Schulterluxation und Instabilität, anhaltende Schulterschmerzen und die Sportorthopädie in Wien; einen Überblick gibt der Schulterspezialist in Wien.
Ob die Schlinge reicht oder die Platte der verlässlichere Weg ist, hängt vom Röntgenbild, vom Beruf und vom Sport ab. Diese Entscheidung treffe ich gemeinsam mit Ihnen, sobald der Befund vorliegt.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Schlüsselbeinbruch
Typisch ist ein sofortiger, genau zu zeigender Schmerz über dem Schlüsselbein nach einem Sturz auf die Schulter. Häufig ist eine Stufe zu tasten, die Schulter hängt nach vorne und unten, und der Arm wird mit der Gegenhand gestützt. Jede Bewegung über Schulterhöhe schmerzt. Die Stufe ist ein deutlicher Hinweis, ersetzt das Röntgenbild aber nicht.
Nein. Steht der Bruch gut und ist der Knochen nicht verkürzt, heilt er meist ohne Operation; der Arm wird in einer Schlinge ruhiggestellt und der Verlauf mit Röntgenbildern kontrolliert. Für eine Stabilisierung sprechen deutliche Verschiebung, Verkürzung, ein offener Bruch, gespannte Haut über einem Bruchstück und die Beteiligung des Schultereckgelenks.
Über einen Schnitt entlang des Knochens richte ich die Bruchstücke auf und stelle Länge und Achse wieder her. Darauf lege ich eine vorgeformte Platte und verankere sie mit Schrauben. Ziel ist eine Festigkeit, die frühe geführte Bewegung erlaubt. Den Eingriff führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch.
Nicht zwingend. Das Schlüsselbein liegt direkt unter der Haut, deshalb ist die Platte oft zu tasten und kann unter einem Rucksackgurt oder beim Liegen auf der Seite stören. Stört sie, entferne ich sie in einem zweiten, kleineren Eingriff, sobald der Bruch knöchern geheilt ist.
Das kommt vor, und ich benenne es offen. Ohne Operation bildet der Knochen an der Bruchstelle einen Kallus, der als Verdickung tastbar und bei schlanken Menschen sichtbar bleibt. Nach einer Stabilisierung bleiben eine Narbe, die tastbare Platte und mitunter ein taubes Hautfeld darunter. Die Beweglichkeit der Schulter leidet darunter meist nicht.
Sofort abklären lassen sollten Sie einen Bruch, bei dem die Haut über dem Knochen weiß gespannt ist oder bereits durchspießt wurde. Dasselbe gilt bei Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust im Arm, bei kalter und blasser Hand und bei Atemnot nach dem Sturz. Diese Zeichen sind selten, gehören dann aber in die Notaufnahme.
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