Trizepssehnenriss in Wien
Beim Drücken gegen hohen Widerstand oder beim Sturz auf den gestreckten Arm gibt die Sehne an der Rückseite des Ellbogens nach: ein Reißen, ein plötzlicher Schmerz über der Ellbogenspitze, kurz darauf Schwellung und Bluterguss. Der Riss ist selten, im Kraftsport aber ein ernstes Thema — und er wird leicht übersehen, weil das Strecken anfangs oft noch gelingt. Einen vollständigen Riss operiere ich so gut wie immer.
Kurz gesagt
Ein Trizepssehnenriss (Ruptur der Sehne des dreiköpfigen Oberarmmuskels) betrifft fast immer den Ansatz an der Ellbogenspitze (Olekranon). Typisch sind ein plötzlicher Schmerz an der Rückseite des Ellbogens beim Drücken gegen hohen Widerstand oder beim Sturz auf den gestreckten Arm, eine Schwellung mit Bluterguss und eine tastbare Delle oberhalb der Ellbogenspitze; die Streckung gegen Widerstand ist schwach, gelingt anfangs aber oft noch — deshalb wird der Riss leicht übersehen. Ich sichere die Diagnose im Gespräch, in der klinischen Untersuchung im Seitenvergleich und mit dem Ultraschall in der Ordination; für das Ausmaß des Risses und den Rückzug der Sehne veranlasse ich ein MRT, im Röntgen zeigt sich mitunter ein mitgerissenes Knochenstück. Einen vollständigen Riss operiere ich so gut wie immer: Ich befestige die Sehne wieder an der Ellbogenspitze, und zwar möglichst bald, weil sie sich zurückzieht und vernarbt. Kleine Teilrisse mit erhaltener Streckkraft lassen sich eher konservativ behandeln als am Brustmuskel; bei sportlich aktiven Patientinnen und Patienten fällt die Abwägung früher zugunsten des Eingriffs aus.
Was ist ein Trizepssehnenriss?
Der dreiköpfige Oberarmmuskel (Musculus triceps brachii) liegt an der Rückseite des Oberarms. Seine drei Köpfe entspringen am Schulterblatt und am Oberarmknochen und laufen zu einer kräftigen, flachen Sehne zusammen, die an der Ellbogenspitze (Olekranon) ansetzt. Er streckt den Ellbogen — jede drückende Bewegung läuft über ihn, vom Bankdrücken über den Dip bis zum Abstützen beim Aufstehen. Reißt diese Verbindung, betrifft es fast immer die Sehne an ihrem Ansatz am Knochen, seltener den Übergang von Muskel zu Sehne.
Der Mechanismus ist charakteristisch: Der gebeugte Ellbogen wird gegen den angespannten Muskel weiter gebeugt — beim Absenken der Hantel, beim Dip am Barren, beim Abfangen eines Sturzes auf den gestreckten Arm. Betroffen sind überwiegend Männer im Kraftsport. Der Riss ist selten, ähnlich selten wie der Pectoralissehnenriss, und gerade deshalb wird er anfangs häufig für eine Prellung gehalten. Wie stark der Arm belastet wird, welche Bewegungen der Riss unmöglich macht und was der Ausfall im Training bedeutet, kenne ich aus eigener Erfahrung mit Kraftsport, American Football und Ballsport. Begünstigt wird ein Riss durch eine vorbestehende Reizung des Sehnenansatzes; auch wiederholte Kortisoninfiltrationen in der Nähe der Sehne und anabole Substanzen schwächen das Sehnengewebe. Das spreche ich im Gespräch an, wenn es für die Behandlung zählt — nicht, um Ihnen etwas vorzuhalten.
Ein Knall vorne an der Achsel mit Bluterguss über der Brust spricht eher für einen Riss der Brustmuskelsehne, ein Reißen in der Ellenbeuge mit Kraftverlust beim Auswärtsdrehen für einen Bizepssehnenriss. Die Trizepssehne liegt an der Gegenseite, an der Rückseite des Ellbogens. Diese Verletzung gehört zu den Sehnenrissen, die ich in der Ellbogenchirurgie versorge; weitere Ursachen für Beschwerden an dieser Stelle stehen unter Ellbogenschmerzen.
Typische Beschwerden
- Plötzlicher Schmerz an der Rückseite des Ellbogens — oft mit hörbarem oder spürbarem Reißen im Moment der Belastung.
- Schwellung und Bluterguss — über der Ellbogenspitze, in den Tagen danach häufig bis in den Oberarm sichtbar.
- Tastbare Delle — oberhalb der Ellbogenspitze fehlt im Seitenvergleich der straffe Sehnenstrang.
- Kraftverlust beim Strecken — Drücken, Abstützen und das Aufstehen aus dem Sessel fallen schwer.
- Strecken trotzdem möglich — anfangs gelingt es oft noch, weil seitliche Faseranteile der Sehne halten. Genau das führt zur verspäteten Diagnose.
- Schmerz beim Beugen — der gedehnte Muskel zieht am gerissenen Ansatz.
So stelle ich die Diagnose
Am Anfang steht das ausführliche Gespräch: Welche Bewegung, welcher Widerstand, was war zu hören und zu spüren? Danach folgt die klinische Untersuchung im Seitenvergleich. Ich taste die Sehne über der Ellbogenspitze und suche nach einer Delle, prüfe die Streckung gegen Widerstand und beurteile den Muskel bei hängendem Arm: Drücke ich den entspannten Muskelbauch zusammen, streckt sich der Ellbogen bei durchgehender Sehne ein Stück weit von selbst.
In der Ordination steht mir der Ultraschall zur Verfügung; er zeigt die Sehne in Bewegung und im Vergleich zur gesunden Seite und macht auch einen Teilriss sichtbar. Bei Bedarf veranlasse ich eine Röntgenaufnahme — die Sehne reißt mitunter ein kleines Knochenstück aus der Ellbogenspitze mit — oder ein MRT, um Ausmaß und Rückzug der Sehne zu beurteilen. Beide Untersuchungen finden außer Haus statt; die Befunde bespreche ich mit Ihnen.
Behandlung: den Ansatz wiederherstellen
Beim vollständigen Trizepssehnenriss rate ich früh und deutlich zur Operation; hier gilt: so gut wie immer operieren. Die abgerissene Sehne wächst nicht von selbst wieder an den Knochen an. Sie zieht sich mit der Zeit weiter zurück und vernarbt, und ohne festen Ansatz an der Ellbogenspitze bleibt die Streckung schwach — spürbar beim Drücken, beim Abstützen und bei jeder Arbeit über Kopf.
Bei sportlich aktiven Patientinnen und Patienten fällt diese Abwägung noch früher zugunsten des Eingriffs aus. Wer wieder Bankdrücken, Dips oder Wurfsport betreiben will, braucht eine belastbare Sehne; ein Ansatz, der nur teilweise trägt, reißt unter dieser Last weiter ein. Für das Ergebnis der Rekonstruktion zählt jeder Tag und jede Woche: Ist die Sehne frisch, lässt sie sich in ihr Lager an der Ellbogenspitze zurückführen. Bei einem älteren Riss ist sie verkürzt und vernarbt, der Eingriff wird aufwendiger, mitunter ist ein Sehnentransplantat nötig. Deshalb kläre ich einen Verdacht kurzfristig ab und plane den Eingriff zeitnah.
Wie ich operiere
Der Zugang liegt an der Rückseite des Ellbogens und bleibt klein: Ich arbeite gewebeschonend über einen kurzen Schnitt, löse die zurückgezogene Sehne aus dem Narbengewebe, frische ihr Lager an der Ellbogenspitze an und befestige sie mit Fadenankern oder mit durch den Knochen geführten Nähten. Ein mitgerissenes Knochenstück versorge ich in derselben Sitzung. Dabei achte ich auf den Ellennerv (Nervus ulnaris), der an der Innenseite des Ellbogens verläuft. Anders als viele Eingriffe am Gelenkinneren lässt sich dieser Schritt nicht in der Ellbogenarthroskopie erledigen — die Sehne muss unter Sicht in ihr Lager gebracht werden.
Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge. Die Nachbehandlung beginnt mit einer Phase in der Schiene in weitgehender Streckung, danach folgen geführte Bewegung und schrittweiser Kraftaufbau mit der Physiotherapie. Den Weg zurück in die volle Belastung beschreibe ich in der Sportorthopädie.
Wann ein kleiner Riss konservativ behandelt werden kann
Nicht jeder Befund führt in den Operationssaal. Anders als am Brustmuskel lassen sich kleine Teilrisse der Trizepssehne noch eher ohne Operation behandeln: Ist nur ein Randanteil betroffen, steht der Ansatz am Knochen im Wesentlichen und bleibt die Streckung gegen Widerstand kräftig, behandle ich zunächst konservativ. Der Weg führt über Entlastung, eine Schiene in weitgehender Streckung, danach geführte Bewegung und schrittweisen Kraftaufbau. Physiotherapie, Trainingstherapie und ein Chiropraktiker sind im Orthozentrum Döbling im Haus. Ich kontrolliere den Verlauf klinisch und mit dem Ultraschall; nimmt die Kraft nicht zu oder reißt die Sehne weiter ein, bespreche ich den Eingriff erneut. Bleibt ein Reizzustand am Sehnenansatz zurück, kommen die fokussierte Stoßwellentherapie oder eine ultraschallgestützte Infiltration in Betracht.
Diese Grenze benenne ich offen: Bei einem vollständigen Riss führt der konservative Weg nicht zu einem belastbaren Ansatz. Kraftverlust beim Strecken und beim Abstützen bleiben dann bestehen. Ohne Operation gehe ich in dieser Situation nur vor, wenn der Anspruch an die Streckkraft sehr gering ist oder wenn Begleiterkrankungen gegen einen Eingriff sprechen. Das bespreche ich, bevor die Entscheidung gegen einen Eingriff fällt.
Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Bei Operationen ist die Direktverrechnung mit einer Zusatzversicherung möglich, Einzelheiten dazu unter Ablauf und Abrechnung als Wahlarzt. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Befund ab; die Entscheidung fällt gemeinsam.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Trizepssehnenriss
Der Moment ist meist eindeutig: ein plötzlicher, stechender Schmerz an der Rückseite des Ellbogens beim Drücken gegen hohen Widerstand oder beim Sturz auf den gestreckten Arm. Danach schwellen Ellbogenspitze und Oberarm an, ein Bluterguss breitet sich aus, und oberhalb der Ellbogenspitze lässt sich im Seitenvergleich eine Delle tasten. Das Strecken gegen Widerstand ist schwach, gelingt anfangs aber oft noch.
So gut wie immer, sobald die Sehne vollständig vom Knochen abgerissen ist. Sie wächst nicht von selbst wieder an, zieht sich zurück und vernarbt; ohne festen Ansatz bleibt die Streckung schwach. Kleine Teilrisse mit erhaltener Streckkraft lassen sich eher konservativ behandeln als am Brustmuskel. Bei sportlich aktiven Patientinnen und Patienten fällt die Abwägung früher zugunsten des Eingriffs aus. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Befund ab; die Entscheidung fällt gemeinsam.
Ja. Seitliche Faseranteile der Sehne und der kleine Ellbogenmuskel können die Streckung anfangs übernehmen, vor allem ohne Widerstand und mit Unterstützung der Schwerkraft. Genau deshalb wird der Riss oft für eine Prellung gehalten und spät erkannt. Aussagekräftig sind die Streckung gegen Widerstand im Seitenvergleich, die tastbare Delle über der Ellbogenspitze und der Ultraschall.
So bald wie möglich. Eine frische Sehne lässt sich in der Regel direkt wieder an der Ellbogenspitze befestigen; zieht sie sich zurück und vernarbt, wird der Eingriff aufwendiger und braucht mitunter ein Sehnentransplantat. Einen Termin bekommen Sie in der Regel innerhalb einer Woche, für akute Fälle biete ich Zeiten außerhalb der Ordinationszeiten an. Eine Überweisung brauchen Sie nicht.
Der Ultraschall steht in der Ordination zur Verfügung und zeigt die Sehne in Bewegung und im Seitenvergleich. Für die Planung eines Eingriffs will ich zusätzlich wissen, wie ausgedehnt der Riss ist und wie weit sich die Sehne zurückgezogen hat; dafür veranlasse ich ein MRT. Ein Röntgen ergänze ich, weil die Sehne mitunter ein kleines Knochenstück aus der Ellbogenspitze mitreißt.
Der Zugang liegt an der Rückseite des Ellbogens und bleibt klein. Über einen kurzen, gewebeschonenden Schnitt löse ich die zurückgezogene Sehne aus dem Narbengewebe, frische ihr Lager an der Ellbogenspitze an und befestige sie mit Fadenankern oder mit durch den Knochen geführten Nähten. In arthroskopischer Schlüsselloch-Technik ist dieser Schritt nicht möglich. Ablauf und Nachbehandlung bespreche ich vor dem Eingriff ausführlich mit Ihnen.
Genau das ist das Ziel der Nachbehandlung: Beweglichkeit und Kraft so weit aufzubauen, dass Training wieder möglich wird. Der Weg führt über eine Phase in der Schiene, geführte Bewegung und schrittweisen Kraftaufbau mit Physiotherapie; drückende Belastung mit hohem Gewicht und das Abstützen am Barren kommen zuletzt. Wann welcher Schritt ansteht, richtet sich nach Operationsbefund und Heilungsverlauf.
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