Ellbogenarthrose in Wien
Der erste Griff nach einer Ruhepause schmerzt, beim Drehen des Unterarms reibt es, und die Streckung bleibt vor dem Ende stehen. Hinter diesen Zeichen steht oft eine Abnützung des Gelenkknorpels: die Ellbogenarthrose. Ich kläre ab, wie weit sie fortgeschritten ist, und bespreche mit Ihnen, welche Behandlung zu diesem Befund passt.
Kurz gesagt
Die Ellbogenarthrose ist die Abnützung des Gelenkknorpels zwischen Oberarm, Elle und Speiche. Meist ist sie eine Folge: von früheren Brüchen, einer Verrenkung, einer unbehandelten Instabilität oder von schwerer Arbeit mit Arm und Hand. Typisch sind Anlaufschmerz nach Ruhe, Reiben beim Drehen, Schwellung nach Belastung und eine Streckung, die hart anschlägt. Untersuchung, Ultraschall und Röntgen zeigen, wie weit der Verschleiß reicht. Behandelt wird zuerst konservativ; stört etwas mechanisch, hilft eine Gelenkspiegelung. Ein Gelenkersatz wird erst bei weit fortgeschrittenem Verschleiß zum Thema.
Was ist eine Ellbogenarthrose (Abnützung)?
Der Ellbogen vereint drei Teilgelenke in einer gemeinsamen Kapsel: Oberarm und Elle bilden das Scharnier, Oberarm und Speichenköpfchen ein Kugelgelenk, Elle und Speiche das Drehgelenk für die Umwendbewegung der Hand. Alle Gelenkflächen tragen Knorpel — eine glatte, elastische Schicht ohne Blutgefäße und ohne Nerven.
Bei der Arthrose wird dieser Knorpel dünner und rau. Der Knochen darunter verdichtet sich und antwortet an den Gelenkrändern mit Anbauten, den Osteophyten. Die Gelenkinnenhaut reizt sich, die Kapsel verdickt sich. Weil Knorpel keine Nerven hat, schmerzt der Verschleiß selbst nicht: Der Schmerz kommt von Knochen, Kapsel und gereizter Schleimhaut.
Am Ellbogen ist die Arthrose seltener als an anderen Gelenken, weil er kein Körpergewicht trägt. Umso häufiger hat sie eine Vorgeschichte — einen Speichenköpfchenbruch, eine Ellbogenluxation oder eine Ellbogeninstabilität, die das Gelenk ungleich belastet. Dazu kommen schwere Arm- und Handarbeit, Kraftsport und Wurfsport. Lösen sich Knorpel- oder Knochenstücke ab, wandern sie als freie Gelenkskörper im Gelenk umher.
Typische Beschwerden
- Anlaufschmerz — die ersten Bewegungen nach einer Ruhepause schmerzen, dann wird es besser
- Belastungsschmerz — beim Tragen, Stützen und festen Zupacken
- Reiben und Knirschen — beim Drehen des Unterarms spürbar
- Harter Anschlag — die Streckung bleibt vor dem Ende stehen
- Schwellung — das Gelenk füllt sich nach Belastung
- Plötzliche Blockade — freie Gelenkskörper klemmen zwischen den Gelenkflächen
- Kribbeln in Ring- und Kleinfinger — Anbauten reizen den Nervus ulnaris, siehe Sulcus-ulnaris-Syndrom
So stelle ich die Diagnose
Am Anfang steht die Vorgeschichte: frühere Brüche und Verrenkungen, Operationen, Beruf und Sport. Dann messe ich das Bewegungsausmaß im Seitenvergleich, taste Gelenkspalt und Randanbauten und teste Bandstabilität und Nervus ulnaris; beim Drehen des Unterarms achte ich auf Reiben. Mit dem Ultraschall beurteile ich in der Ordination Erguss, Kapseldicke und die Anbauten am Gelenkrand. Entscheidend ist das Röntgenbild in zwei Ebenen: Es zeigt den verschmälerten Gelenkspalt, die Randanbauten und freie Gelenkskörper. Bei knöcherner Blockade veranlasse ich eine CT, für Knorpel und Weichteile ein MRT.
Behandlung: zuerst konservativ
Ziel der Behandlung ist es, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten. Der Verschleiß selbst lässt sich nicht rückgängig machen — das sage ich zu Beginn, weil alles Weitere darauf aufbaut. Am meisten bringt die angepasste Belastung: Stützen, Tragen und ruckartiges Zupacken lassen sich anders organisieren.
Physiotherapie und Trainingstherapie im Orthozentrum Döbling erhalten die Beweglichkeit und kräftigen die Muskulatur, die das Gelenk führt. Reizzustände behandle ich in der Ordination selbst: mit der ultraschallgestützten Infiltration, mit der Magnetfeldtherapie und mit der Eigenblut-Therapie (PRP). Ist zusätzlich ein Sehnenansatz gereizt, kommt die Stoßwellentherapie dazu.
Wenn eine Operation zum Thema wird
Zwei Wege stehen offen, und sie beantworten verschiedene Fragen. Die Ellbogenarthroskopie hilft dort, wo etwas mechanisch stört: Ich entferne freie Gelenkskörper, trage die Randanbauten an Ellenhaken und Kronenfortsatz ab, glätte instabile Knorpelränder und löse die verdickte Kapsel. Das nimmt Blockaden und den harten Anschlag am Bewegungsende.
Was sie nicht leistet, gehört ebenso gesagt: Den verlorenen Knorpel bringt die Gelenkspiegelung nicht zurück, und bei gleichmäßig aufgebrauchtem Knorpel ist wenig von ihr zu erwarten. Der Gelenkersatz wird erst zum Thema, wenn der Schmerz auch in Ruhe bleibt und die Gelenkflächen zerstört sind. Ein Kunstgelenk am Ellbogen hat eine klare Grenze: Schweres Heben und Stützen bleiben dauerhaft ausgeschlossen. Kommt dieser Schritt in Betracht, bespreche ich Nutzen und Grenzen ausführlich.
Steht nicht der Schmerz, sondern die Bewegungseinschränkung im Vordergrund, geht es weniger um den Knorpel als um Kapsel und Vernarbung; dazu steht alles auf der Seite zum steifen Ellbogen und zur Arthrolyse. Notwendige Eingriffe führe ich in der ATOMOS Klinik Währing, der Privatklinik Döbling oder im Rudolfinerhaus durch und begleite Sie von der Planung über den Eingriff bis zur Nachsorge.
Meine Ordination ist eine Wahlarztordination. Ich verrechne mit keiner Krankenkasse direkt; Sie erhalten eine Honorarnote und reichen sie bei Ihrer Kasse ein — auf Wunsch übernehme ich die Einreichung für Sie. Mehr dazu auf der Seite zum Wahlarzt und zur Abrechnung, einen Überblick gibt die Ellbogenchirurgie in Wien.
Wie weit der Verschleiß reicht und was er im Alltag bedeutet, sind zwei Fragen. Beide beantworte ich gemeinsam mit Ihnen, sobald Untersuchung und Bilder vorliegen.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur Ellbogenarthrose
Abnützung ist das Alltagswort für Arthrose. Der Gelenkknorpel wird dünner und rau, der Knochen darunter verdichtet sich, an den Gelenkrändern wachsen Anbauten. Der Knorpel selbst hat keine Nerven; der Schmerz kommt von Knochen, Kapsel und gereizter Schleimhaut.
Meist als Folge. Nach einem Speichenköpfchenbruch, nach einer Verrenkung, bei unbehandelter Instabilität oder nach einem Knorpelschaden läuft das Gelenk ungleich. Dazu kommen schwere Arm- und Handarbeit, Kraftsport und Wurfsport. Ohne solche Vorgeschichte ist die Arthrose am Ellbogen seltener als an anderen Gelenken, weil er kein Körpergewicht trägt.
Am Anlaufschmerz: Die ersten Bewegungen nach einer Ruhepause tun weh, danach wird es besser. Dazu kommen Belastungsschmerz beim Tragen, ein Reiben beim Drehen des Unterarms, eine Streckung, die hart anschlägt, und Schwellung nach Belastung. Plötzliche Blockaden sprechen für freie Gelenkskörper.
Angepasste Belastung, Physiotherapie und Trainingstherapie halten die Beweglichkeit und kräftigen die Muskulatur, die das Gelenk führt. Reizzustände behandle ich in der Ordination mit ultraschallgestützter Infiltration, Magnetfeldtherapie und Eigenblut-Therapie. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten; den verlorenen Knorpel bringt keine dieser Behandlungen zurück.
Wenn etwas mechanisch stört: bei freien Gelenkskörpern mit Blockaden, bei Randanbauten, die das Bewegungsende hart begrenzen, bei instabilen Knorpelrändern und verdickter Kapsel. Bei gleichmäßig aufgebrauchtem Knorpel ist wenig von ihr zu erwarten. Ob Ihr Befund dazu passt, zeigen Untersuchung und Röntgen.
Erst bei weit fortgeschrittenem Verschleiß: wenn der Schmerz auch in Ruhe bleibt, die Gelenkflächen zerstört sind und die konservative Behandlung ausgeschöpft ist. Ein Kunstgelenk am Ellbogen hat eine klare Grenze, denn schweres Heben und Stützen bleiben dauerhaft ausgeschlossen. Kommt dieser Schritt in Betracht, bespreche ich Nutzen und Grenzen ausführlich.
Die Blickrichtung. Die Arthrose ist die Diagnose: der Verschleiß des Knorpels mit Randanbauten und Reizung. Der steife Ellbogen ist das Beschwerdebild: ein Arm, der sich nicht mehr ganz strecken oder beugen lässt, oft durch eine vernarbte Kapsel nach einer Verletzung. Eine Arthrose kann zur Steife führen, eine Steife auch ohne Arthrose bestehen.
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Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung im Einzelfall. Medizin entwickelt sich ständig weiter — trotz sorgfältiger Recherche kann keine Gewähr für vollständige Aktualität übernommen werden.